Selbsthilfe von Mensch zu Mensch

Die Gesundheitsreform ist da!

Was ändert sich 2011 für die Versicherten?

Am 12. November 2010 wurde die Gesundheitsreform zur Neufinanzierung der gesetzlichen Krankenversicherungen beschlossen, die zum 1. Januar 2011 in Kraft tritt. Was bringt diese Reform für die Versicherten mit sich?

Erhöhung der Kassenbeiträge
Um das Gesundheitssystem trotz des demographischen Wandels aufrechterhalten zu können, hat der Gesetzgeber entschieden, die Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung von derzeit 14,9% auf 15,5% zu erhöhen. Da der Arbeitgeberanteil (nun 7,3%, vorher 7%) erstmals eingefroren wird, müss-ten zukünftige Kostensteigerungen im Gesundheitswesen über andere Kanäle, z.B. die Versicherten finanziert werden. Der Arbeitnehmeranteil liegt nun bei 8,2% (vorher 7,9%).

Einkommensunabhängige Zusatzbeiträge
Bisher konnten die gesetzlichen Versicherungen von ihren Versicherten einkommensunabhängige Zusatzbeiträge nur bis zu einer Höhe von 1% fordern (derzeit maximal 37,50 Euro/Monat). Durch die Gesundheitsreform können Krankenkassen diese Zusatzbeiträge uneingeschränkt erhöhen. Die neuen Zusatzbeiträge müssen von den Krankenkassen bei säumigen Zahlungen mit einer Strafgebühr in selbstbestimmter Höhe eingefordert werden.

Härtefälle und Hartz-IV-Empfänger
Für Härtefälle gibt es einen Sozialausgleich, der aus dem Gesundheitsfonds bezahlt wird. Dies ist der Fall, wenn der durchschnittliche (!) Zusatzbeitrag 2% des Bruttoeinkommens eines Versicherten übersteigt. Der durchschnittliche Zusatzbeitrag wird vom Bundesversicherungsamt ermittelt (nach derzeitigen Berechnungen bis zum Jahr 2014 nicht höher als 16 Euro). Bei Hartz-IV-Empfängern sowie Beziehern von Kranken-, Mutterschafts- und Elterngeld wird kein Zusatzbeitrag verlangt. Wenn jemand nur durch die Bezahlung des Zusatzbeitrags hilfsbedürftig werden würde, übernimmt die Bundesagentur für Arbeit den Beitrag.

Wechsel bei Wahltarifen
Während die Mindestbindungsfrist bei Wahltarifen bisher drei Jahre betrug, wird diese Frist für Tarife zur Prämienzahlung, Kostenerstattung und Kostenübernahme von Arzneimitteln der besonderen Therapieeinrichtungen auf ein Jahr verkürzt. Die übrigen Tarife bleiben gleich. Allerdings können die meisten Patienten mit Wahltarifen ein Sonderkündigungsrecht in Anspruch nehmen, wenn ihre Kasse den Zusatzbeitrag erhöht (Voraussetzung: 18-monatige Pflichtmitgliedschaft). Ausnahme: gesetzlich Versicherte mit Krankengeld-Wahltarif.

Wechsel in die PKV
Die Versicherungspflichtgrenze wird von derzeit 49.950 Euro auf 49.500 Euro pro Jahr gesenkt, um den Wechsel in eine private Kasse zu erleichtern. Die dreijährige Wartepflicht zum Ausscheiden aus der Versicherungspflicht der gesetzlichen Krankenversicherung wurde verkürzt.

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waldi

Wo bitte soll das alle noch hinführen? Ich finde unser Gesundheitssystem wirklich im Gegensatz zu anderen Ländern sehr gut, aber muss es denn wirklich so teuer sein? Gibt es nicht irgendwelche Möglichkeiten die Kosten durch andere Gelder auszugleichen?

Gruß Waldi

Melissa

Ich frag mich ob die Erhöhung der Krankenkassenbeiträge bald mal ein Ende hat! Aber ich befürchte es ist wohl eher das Gegenteil der Fall. Der demographische Wandel macht isch langsam immer mehr bemerkbar. Bis zum Jahr 2050 soll die Bevölkerung in Deutschland um rund sieben Millionen Menschen schrumpfen.