Selbsthilfe von Mensch zu Mensch

Lungenmetastasen

Bei einer Metastase handelt es sich um ein Tochtergeschwulst eines bösartigen Tumors. Die Zellen eines bösartigen Tumors, also Krebszellen, sind in der Lage, sich aus dem Gefüge des Tumors zu lösen und in benachbarte Gewebe und Organe einzudringen. Den Vorgang der Tumoraussaat nennt man Metastasierung. Der ursprüngliche Tumor, von dem sich die Krebszellen losgelöst haben, ist der Primärtumor.

Da das gesamte Blut jedes Mal, wenn es sauerstoffarm aus dem Köper zum Herz zurück fließt, durch das feine Gefäßnetz der Lunge gepumpt werden muss, um mit Sauerstoff angereichert zu werden, siedeln sich die Krebszellen hier oft an und bilden Metastasen.

Häufig bleiben Lungenmetastasen lange Zeit unbemerkt, da sie meist über längere Zeit keine Beschwerden verursachen. Sind Symptome entstanden, entsprechen diese weitgehend denen eines Lungenkrebses.
So leiden die Betroffenen häufig unter Husten mit blutigem Auswurf, anhaltender Heiserkeit, Brustschmerzen und Problemen beim Atmen. Unspezifische Symptome wie Gewichtsverlust, allgemeine Schwäche und Nachtschweiß sind Zeichen für ein weit fortgeschrittenes Tumorstadium.
Besteht der Verdacht auf das Vorhandensein von Lungenmetastasen, erfolgt eine gründliche Befragung und körperliche Untersuchung der betroffenen Person, um einen Gesamteindruck über den Allgemeinzustand und das Krankheitsstadium zu bekommen. Mit Hilfe einer Röntgenuntersuchung der Lungen lassen sich Aussagen über die Menge und die ungefähre Position der Lungenmetastasen machen. Eine Computertomographie ermöglicht im Vergleich zu einer normalen Röntgenuntersuchung einerseits eine genauere Lokalisierung der Tumore und anderseits das Erkennen von erst ganz kleinen Ablegern.

Um festzustellen, ob Metastasen in den Bronchien wachsen, bietet sich eine Bronchoskopie an, also eine Spiegelung der Atemwege. Diese Untersuchungen werden durchgeführt, weil man herausfinden will, ob eine Entfernung der Metastasen möglich und sinnvoll ist oder nicht.

Lungenmetastasen – Ausgangstumor in der Lunge

Handelt es sich bei dem Ausgangstumor um einen lungeneigenen Tumor (Bronchialkarzinom) und finden sich neben dem primären Bronchialkarzinom bereits weitere Lungenmetastasen, so werden weder der Primärtumor noch die Lungenmetastase operiert, da sich in vielen Untersuchungen herausgestellt hat, dass sich die Lebenserwartung operierter Patienten gegenüber der Lebenserwartung nicht-operierter Patienten nicht verbessert wird.

Ausnahmen

Nur wenn  Metastasen im selben Lungenlappen wie der Ausgangstumor gelegen sind, wird eine Operation angestrebt, da dann die Lebenserwartung deutlich höher und sogar eine Heilung möglich ist.

Lungenmetastasen – Ausgangstumor in anderen Organen
Wenn Lungenmetastasen von Nicht-Lungentumoren, zum Beispiel Darmkrebs, Nierenkrebs, Brustkrebs usw., vorliegen, ist eine operative Entfernung der Metastasen zu erwägen.

Voraussetzungen

Voraussetzungen zur Metastasenentfernung sind:

  • Der Ausgangstumor (Primärtumor) ist vollständig entfernt oder zerstört worden.
  • Es liegen keine weiteren Metastasen in anderen Organen vor.
  • Die Metastase(n) sitzt (sitzen) an Stellen, die gut operiert werden können (nicht im Bereich der Lungenwurzel).
  • Der Patient ist von Seiten seiner Lungenfunktion und seines Herz-Kreislaufzustandes operabel.
  • Es bestehen keine anderen Therapiealternativen. Ist ein Tumor beispielsweise gut durch Chemo- oder Hormontherapie behandelbar, so würde man zunächst diese Therapieform versuchen.
Operationsdurchführung

Im Gegensatz zu primären Bronchialkarzinomen, das heißt, zu in der Lunge selbst entstandenen Tumoren, werden Lungenmetastasen lungengewebesparend operiert, das heißt, der Operateur entfernt nach Möglichkeit nur die Metastase und nicht den gesamten Lungenlappen. Ein betroffener Patient muss sich jedoch darüber im Klaren sein, das im Falle einer bereits metastasierten Krebserkrankung (bis auf einige wenige spezielle Krebserkrankungen wie zum Beispiel Lymphknotenkrebs oder Hodenkrebs) die Chancen auf eine vollständige Heilung sehr gering sind.

Heilungsaussichten

Durch eine vollständige Entfernung der Lungenmetastasen und des Ausgangstumors kann im Einzelfall eine Heilung erreicht werden.