Das Bakterium Staphylococcus aureus ist bei vielen gesunden Menschen auf der Haut zu finden. Wenn dieser gegen verschiedene Antibiotika resistent geworden ist, wird er MRSA genannt. Die MRSA-Bakterien sind eine Form von Multiresistenten Erregern und werden hauptsächlich über Hautkontakt und über die Hände übertragen.
Händehygiene ist daher auch eine der vordringlichsten Maßnahmen einer Verbreitung entgegen zu wirken.
Jährlich treten bei ca. 3 Millionen Menschen in Europa Krankenhaus- infektionen auf. Die Folge sind etwa 50.000 Todesfälle.
Im Fokus steht seit geraumer Zeit die Förderung des umsichtigen Einsatzes von Antibiotika in Krankenhäusern.
Wenn bestimmte Antibiotika ihre Fähigkeit verloren haben, die Bakterien abzutöten oder im Wachstum zu hemmen, spricht man von einer Resisenz. Eine nicht unbedeutende Rolle spielt hierbei die unnötige, ungezielte und unsachgemäße Gabe von Antibiotika.
In Krankenhäusern sind die Multiresistenten Erreger besonders problematisch. Durch die teilweise geschwächte Immunabwehr der Patienten können MRE zu schweren Infektionen wie Blutvergiftung, Wund- und Knocheninfekten oder Lungenentzündung führen. Neben der primären Erkrankung sind solche Patienten einer zusätzlichen Belastung ausgesetzt, die weitere Therapien notwendig macht. Hier ist der Einsatz von Reserveantibiotika erforderlich, die zur Behandlung eingesetzt werden können.
Mittlerweile ist fast jedes zweite in Deutschland verordnete Antibiotikum ein Reserveantibiotikum. Hierdurch werden diese Medikamente langfristig unwirksam. Bei einer Erkältung sollte daher kein Reserveantibiotikum eingesetzt werden, denn sonst fehlt “die eiserne Reserve” bei schweren Erkrankungen.
Die Ausbreitung von MRE, speziell des MRSA kann viele Gründe haben, z.B. der hohe Verbrauch von Antibiotika, die zugrunde liegenden Krankheiten sowie die Qualität der Versorgung im Krankenhaus sowie soziale Faktoren. In Europa lassen sich 3 Regionen unterteilen – die nordeuropäischen Staaten liegen unter der 5% MRE-Rate, Mitteleuropa liegt bei 10-25% und die südeuropäischen Länder erreichen eine Resistenzrate von bis zu 50%.
Die Niederlande als Positivbeispiel kann auf eine konsequente Durchführung der nationalen MRE-Politik verweisen, was bedeutet, dass in der NL ein respektvoller Umgang mit Antibiotika betrieben wird. Vor Gabe ist oft eine Zweitmeinung an der Tagesordnung, mit dem Resultat eines entscheidend niedrigeren Verbrauchs von Antibiotika.
Im Fokus der Bekämpfung der Ausbreitung liegt, gerade in Deutschland, zum Schutz der Patienten der Verbreitung entgegen zu wirken und die durch MRE bedingten Infektionen einzudämmen. Krankenhäuser haben hierfür spezielle Programme entworfen, die von Hygienestandards, über Schulungen und Aufklärungskampagnen, Screenings bis zur Weiterbetreuung entlassener Patienten gehen. Die geregelte Nachbetreuung ist ein unabdingbarer Teil der zukünftigen Entwicklung, um der Ausdehnung in die ambulanten Bereiche erfolgreich zu begegnen
Quelle: AOK-Forum plus



