Selbsthilfe von Mensch zu Mensch

Einträge mit dem Schlagwort Abstoßungsreaktion

Zukunftsvisionen – Lunge

Kunstlungen/Ersatzteile sollen einmal ein Spenderorgan ersetzen

(c) by loomes, stock.xchng.hu

Lungentransplantationen sind bislang eine noch sehr kostspielige und kurzfristige Maßnahme zur Rettung schwerstkranker Patienten. Die rare Verfügbarkeit passender Spenderorgane ist ebenso ein großes Hinderniss den Kranken zeitnah zu helfen.

Trotz einem immensen medizinischen Fortschritt in der Operationstechnik und mit immer wirksameren Medikamenten gegen die Abstoßungsreaktionen sind die möglichen Komplikationen bei der Lungentransplantation erheblich.

Das alles soll sich ändern.

Lungen, so stellte sich heraus, sind deutlich komplexere, noch schwerer nachzubauende Organe als zum Beispiel Herzen, die seit langem auch als technischer Nachbau implantiert werden.

An der Yale University wird daran gearbeitet, das molekulare Gerüst einer echten Spenderlunge zu erhalten, zugleich aber die nach der Transplantation problematischen Abstoßungsreaktionen des Gewebes durch das Immunsystem des Empfängers zu minimieren.

Bei aufwändigen Experimenten mit Ratten wurden Teilerfolge erzielt.

Ein Teilerfolg, doch noch ist viel zu tun, um wirklich Erfolg versprechende Lungen auf diesem Weg zu produzieren.

An der Harvard University wird der Erfolg der Weiterentwicklung zur funktionierenden Lungen darin gesehen, funktionale Grundeinheiten des Atemorgans künstlich herzustellen. Endziel ist dabei, sinnvolle Ersatzteile statt eines ganzen neuen Organs zu produzieren.

Zum Beispiel wurde ein Chip, eine gerade einmal nur münzgroße Apparatur entwickelt, die einiges von dem leisten kann, was an der Grenzfläche einer Lungenkapillare stattfindet. Hier geschieht weit mehr als nur Gasaustausch; an der speziellen Grenzfläche zwischen Außenwelt und Körperinnerem findet der ständige Kampf zwischen Krankheitserregern und Abwehrsystem besonders intensiv statt.

Je naturnäher der Lungenchip, desto wertvoller wird er als pharmakologisch verwendbare Alternative zum Versuchstier. Der Chip wird helfen Entzündungsprozesse und die Auseinandersetzungen, die bei einem Kontakt mit Bakterien ablaufen, zu simulieren, um dann einen Weg zu finden, diesem für die Abstoßung verantwortlichen Prozess entgegen zu wirken.

Eine Ersatzlunge als transplantierbares Organ wird auch auf diesem Weg nicht entstehen.

Jedoch wird sich von diesen gesammelten immunologischen und pharmakologischen Informationen erhofft, dass Lungentransplantationen in Zukunft mit weniger Komplikationen durchzuführen sein werden.

http://www.wissenschaft-online.de/artikel/1037312