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Lungengeräusche – was hört der Arzt bei welcher Krankheit

Durch Beklopfen, der so genannten Perkussion, kann der Arzt die Atembewegungen der Lunge, ihre Verlagerung nach unten bei der Einatmung bzw. nach oben bei der Ausatmung sowie eine Behinderung dieser Bewegungen erkennen.

Die Lungen geben aufgrund ihres Luftgehalts einen vollen Klopfschall ab – was die angrenzenden Organen Herz, Leber und Milz nicht tun. Auch Verdichtungen des Lungengewebes aufgrund bestimmter Erkrankungen wie zum Beispiel Lungenentzündung, Tuberkulose sowie größere Hohlräume, z.B. beim Lungenemphysem können durch Abklopfen lokalisiert werden.

Derartige Veränderungen sowie krankhafte Atemgeräusche sind zu hören bei der Auskultation. Dabei wird das Ohr direkt oder mittels einem Stethoskop auf die Brustwand auflegt.

 

Was hört mein Arzt eigentlich, wenn er meine Lunge mit dem Stethoskop abhört?

Hier zum mithören, wie es klingt, wenn
– das Lungengeräusch normal ist,
– eine Lungenentzündung,
– eine chronische Bronchitis oder
– ein Asthma bronchiale vorliegt

hier geht es zum Lungengeräusch

Und bitte Lautsprecher einschalten!

Bildnachweis: Kurhan@stock.xchng

Asthma

Asthma bronchiale ist eine Erkrankung der Atemwege. Teile der Lungen reagieren bei Asthmatikern auf bestimmte Reize überempfindlich und verengen sich krampfartig.

Bei Kindern das Asthma überwiegend allergisch bedingt. Erwachsene leiden eher unter dem sogenannten nicht-allergischen Asthma – vor allem in der zweiten Lebenshälfte.

Unterschiedliche Auslöser wie Allergene, Infekte durch Viren oder auch Bakterien, auch Staub, Nebel, kalte Luft, Tabakrauch, führen zu einer chronischen Entzündung der Atemwege, gefolgt von Husten, oft mit einem zähem Schleim, Enge in der Brust und pfeifender Atmung (Giemen).
Die Luftnot erfolgt in den meisten Fällen anfallartig und häufig nachts.
Eine genaue Schilderung der Krankheitssymptome durch den Patienten ist ebenso wichtig wie die ärztliche Untersuchung. In der Regel wird eine Lungenfunktionsprüfung durchgeführt. Zeigt diese eine Verengung der Bronchien (Obstruktion), wird dem Patienten ein bronchienerweiterndes Spray verabreicht. Sofern mit diesem Spray die Verengung völlig aufgehoben wird, ist von einer Asthmadiagnose auszugehen.

Im anfallfreien Zeitraum liegen bei der Lungenfunktionsüberprüfung in der Regel normale Werte vor. Wenn Ihr Arzt jedoch von Asthma bei Ihnen ausgeht, wird er einen bronchialen Provokationstest durchführen, dies entweder mittels eines Reizstoffes oder durch körperliche Anstrengung.

Die medikamentöse Behandlung von Asthma bronchiale richtet sich nach den heutigen Leitlinien der Asthmakontrolle. Ziel ist, mit möglichst wenigen Medikamenten eine Beschwerdefreiheit zu erreichen.

Bei der Asthmabehandlung kommen in erster Linie zwei Medikamentengruppen in Frage:

  • Medikamente, die Asthmaanfällen vorbeugen
  • Medikamente zur Erweiterung der verengten Bronchien, also die Behandlung des akuten Anfalls
Asthma wird in 4 Schweregrade eingeteilt:

I – zeitweise auftretend (intermittierendes Asthma)
Gelegentlich Beschwerden tagsüber (weniger als 1 x/Woche) und/ oder
kurze Zunahme der Beschwerden von einigen Stunden bis zu einigen Tagen und/ oder
nächtliche Beschwerden bis zu 2x/Monat
(Bei Kindern / Jugendlichen: zeitweise auftretend Husten / leichte Atemnot mit beschwerdefreien Intervallen über 2 Monate).

II – geringgradig häufig auftretend (geringgradig persistierendes Asthma)
Beschwerden tagsüber zwischen 1x/Woche bis 1x/Tag und / oder
nächtliche Beschwerden mehr als 2x/ im Monat und/ oder
Beeinträchtigung der körperlichen Aktivität und Schlaf infolge Beschwerdezunahme
(Bei Kindern / Jugendlichen: Intervall zwischen den Beschwerden unter 2 Monate).

III – mittelgradig anhaltend auftretend (mittelgradig persistierendes Asthma)
Tägliche Beschwerden und/ oder nächtliche Beschwerden mehr als 1xWoche und/ oder
Beeinträchtigung der körperlichen Aktivität und Schlaf infolge Beschwerdezunahme und/ oder
tägliche Bedarfsmedikation erforderlich
(Bei Kindern / Jugendlichen: an mehreren Tagen in der Woche und auch nachts Beschwerden).

IV – schwergradig anhaltend auftretend (schwergradig persistierendes Asthma)
Anhaltende tägliche Beschwerden und/ oder
häufige Beschwerdezunahme und/ oder
häufig nächtliche Beschwerden und/ oder
Einschränkung der körperlichen Aktivität
(Bei Kindern / Jugendlichen: anhaltende tägliche Beschwerden, häufig auch nachts).

Da sich die Krankheit in der Regel über Jahre entwickelt hat, ist auch eine Behandlung über einen sehr langen Zeitraum erforderlich.
Die Behandlung soll Asthmaanfällen vorbeugen, im Notfall diese effektiv lindern und Ihre Lebensqualität erhöhen. Daher ist eine regelmäßige und dauerhafte Einnahme der verordneten Medikamente unabdingbar.

Hilfreich zum Leben mit Asthma ist
  • Ihre eigene Messung der Lungenfunktion mit einem Peak-flow-Meter, Eintragung der Messwerte in ein Asthma- Tagebuch zur Dokumentation Ihrer Werte für Sie und den behandelnden Arzt
  • die Teilnahme an einer Patientenschulung
  • Atemtherapie auf ärztliche Verordnung
  • Sport. Dieser ist auch sehr wichtig für Asthmatiker. Besprechen Sie gemeinsam mit Ihrem Arzt, welche sportliche Betätigung für Sie in Frage kommt.