Selbsthilfe von Mensch zu Mensch

Einträge mit dem Schlagwort COPD

Vom Raucher zum Nichtraucher

NEU-ISENBURG (eb). Um die Prävention der chronisch-obstruktiven Lungenkrankheit (COPD) – auch „Raucherlunge“ genannt – zu forcieren, hat die EU-Kommission ein Nichtraucherprogramm entwickelt.

Es richtet sich an junge Menschen und soll mit einem kostenlosen iCoach im Internet auf www.exsmokers.eu dabei helfen, mit dem Rauchen aufzuhören.

Bei der Kampagne „Ex-Smokers are unstoppable / Ex-Raucher sind nicht aufzuhalten“ steht die Motivation durch die positiven Seiten des Nichtrauchens im Vordergrund. Ex-Raucher sprechen über ihre guten Erfahrungen, ansprechende Bilder unterstreichen die Aussagen.

Die begleitenden Online-Angebote, die bei der Tabakentwöhnung unterstützen, sind interaktiv und damit zeitgemäß. Aufhörwillige werden mit dem iCoach individuell auf dem Weg zum Ex-Raucher begleitet.

Der iCoach analysiert die Rauchgewohnheiten der Teilnehmer und bietet täglich maßgeschneiderte Tipps. Jeder Nutzer kann in eigenem Tempo aufhören.

Das Instrument erweist sich als effektiv: Bis heute haben sich bereits über 150.000 Europäer bei iCoach auf www.exsmokers.eu registriert. Die Erfolgschancen, dauerhaft Ex-Raucher zu bleiben liegen bei 30 Prozent.

Quelle: Ärzte Zeitung, 16.11.2011

Erkältung, Grippe und Co.

Patienten mit chronischen Atemwegserkrankungen sollten sowohl eine

Erkältung,
eine echte Grippe
oder auch eine Lungenentzündung

sehr ernst nehmen, um eine Verschlechterung zu vermeiden.

Die häufigsten Zeichen und Symptome einer Erkältung beginnen allmählich, zu ihnen zählen laufende Nase, wässrige Augen, Niesen und/oder Halsentzündung. Mitunter kommt es bei einer Erkältung auch zu Fieber, Kopfschmerzen oder extremer Erschöpfung. Erkältungen werden durch Viren verursacht. Sie sind leicht (von Mensch zu Mensch) zwischen infizierten Menschen übertragbar. Die Übertragung erfolgt entweder durch kontaminierte Luft, die man einatmet, oder durch Berühren von virusbeladenen Sachen oder Personen. So kann zum Beispiel eine Erkältung übertragen werden, indem man die Luft einer erkälteten Person einatmet, die neben einem hustet oder niest. Auch kann eine Erkältung dadurch übertragen werden, wenn man die Hand einer erkälteten Person schüttelt und dann Nase oder Augen mit der eigenen Hand berührt. Neben der Meidung von Individuen, die erkältet sind, sollten Menschen mit COPD ihre Hände nach Kontakt mit tatsächlich oder vermeintlich erkälteten Personen gründlich waschen.
Für Patienten mit chronischen Lungenerkrankungen ist es wichtig, ihren Arzt zu informieren, wenn verfärbtes Sputum auftritt, Fieber, verstärkte Atemnot.
Die Grippe wird durch einen Influenza-Virus verursacht. Sie beginnt im Gegensatz zu einer Erkältung meist sehr plötzlich. Zu den häufigsten Zeichen einer Grippe zählen stärkere Kurzatmigkeit als üblich, Fieber, extreme Erschöpfung, Muskelschmerzen (Myalgien), die 2–3 Wochen anhalten können, Magenbeschwerden, schwerer Husten ohne Sputumauswurf.
Die Übertragung erfolgt analog wie bei der banalen Erkältung beschrieben.
Die allerwichtigste Vorbeugung ist eine Impfung.

Viren, Bakterien und Pilze können weitere Infektionen hervorrufen.
Sie können die Bronchialwege zum Schwellen bringen bei einer akuten Bronchitis, aber die Infektion kann auch auf das Lungengewebe übergreifen und es entsteht eine Lungenentzündung.
Häufige Zeichen einer Pneumonie sind stärkere Kurzatmigkeit als gewöhnlich, Husten, vermehrtes (oder plötzlich vermindertes) Sputum, dunkelgelbe, grüne oder rote Farbe des Sputums, Bluthusten, Abgeschlagenheit (extreme Erschöpfung) oder Fieber. Für die Diagnosestellung einer Lungenentzündung ist eine Röntgenaufnahme erforderlich und eine Behandlung muss unbedingt erfolgen.

Christa

Bildnachweis: hbrinkman@stock.xchng

Score-Systeme


Heute geht man zunehmend davon aus, dass die COPD nicht nur eine Lungenerkrankung ist,
sondern den gesamten Organismus beeinträchtigt.

Es wurden deshalb eine Reihe von Score-Systemen zur Beurteilung und Prognosebestimmung von COPD-Patienten entwickelt.

Außer dem COPD-Assessment-Test (CAT), siehe letzter Newsletter,
sind das: 

BODE-Index 

Der Name BODE bedeutet dabei

B = „body mass“
O = „obstruction“
D = „dyspnoe“
E = „Exercise“

Es handelt sich also um einen Score, der nicht nur alleine auf der Lungenfunktion basiert, sondern neben dem FEV1 das relative Körpergewicht, das Ausmaß der Atemnot und die körperliche Leistungsfähigkeit (6-min-Gehstrecke) mit einbezieht.
Man sagt heute, dass der BODE-Index besser die Schwere der Krankheit einschätzt als die Einschränkung des FEV1 allein.

ADO Index

Dabei handelt es sich um einen Index, der am BODE-Index angelehnt ist, allerdings auf die Gehstrecke verzichtet und sich auf das Alter (A), Dyspnoe (D) und FEV1 als Maß für die Obstruktion (O) beschränkt.

Christa

Bildnachweis: julosstock@ stock.xchng

COPD und Osteoporose

COPD-Patienten haben häufig auch Osteoporose.
Dafür sind mehrere Faktoren verantwortlich: Immobilität, Alter, Gewichtsverlust, Steroidmedikamentation, aber auch die COPD -typische systemische Entzündung, Rauchen….

Die Frage, ob auch die inhalativen Kortikoide einen Einfluss auf das Osteoporoserisiko haben, gibt es unterschiedliche Befunde und Ansichten.

Die Behandlung der Osteoporose bemüht sich vor allem die Resorptionsvorgänge am Knochen zu beeinflussen, im besten Fall zu stoppen, oder auch die Bildung von Knochengewebe zu fördern.

Eine Renaissance erlebt derzeit die Kombination von Vitamin D und Kalzium. Grund ist, man hat gemerkt, dass sehr viele Menschen mit Vitamin D unterversorgt sind.

Nach der Leitlinie des DVO (Dachverband Osteologie) soll die Supplementierung mit „nativem“, also inaktivem Vitamin D zwischen 800 und 2000 IU liegen. 1000 mg Kalzium sollten mit der Nahrung über Mineralwasser und Milchprodukte aufgenommen werden.

Diese 1000 mg Kalzium sind z. B. in einem Glas Milch plus 2 Scheiben Käse. Mehr Kalcium scheint eher eine negative Wirkung auf den Knochen zu haben.

Spezifische Osteoporosetherapie mit Bisphosphonaten
Damit bestehen die längsten klinischen Erfahrungen. Vor allem für Frakturen der Wirbelkörper ist hier eine Risikoreduktion von bis zu 70 % zu erwarten.
Empfehlungsgrad A in den DVO-Leitlinien zur Reduktion der Wirbel- und Schenkelhalsfrakturen weisen folgende Substanzen auf:

  • Alendronat
  • Risedronat
  • Zoledronsäure
  • Teriparatid
  • Strontiumranelat
  • Denosumab

Ob man sich für eine Therapie mit Tabletten oder für Spritzen entscheidet, muss man mit seinem Arzt individuell klären. Hier spielen Begleiterkrankungen , Begleitmedikamente mit eine Rolle.

Besonders problematisch wird die Behandlung, wenn es zu den typisch heftigen Knochenschmerzen z.B. bei Wirbelfrakturen kommt. Dann ist eine ausreichende Schmerztherapie unbedingt notwendig. Denn, wenn sich die Patienten wegen der heftigen Schmerzen weniger bewegen, kommt es auch dadurch zu weiterem Knochenabbau.

Fazit. Sowohl eine adäquate Schmerztherapie als auch gleichzeitig eine spezifiscche Osteoporosebehandlung sind anzustreben.

Christa
Quellen:
Dr. med. J. Aumiller MMW – Fortschritte der Medizin 2011; 153 (19): 14-15
http://www.dv-osteologie.org
 
Bildnachweis: Rainer Sturm  / pixelio.de

COPD-Medikamente und Herz: Welche Risiken gibt es?

Vielen Asthma- und COPD-Medikamenten wird nachgesagt, dass sie zwar gut für die Lunge, aber evtl. schlecht fürs Herz sind. Was hat es damit auf sich?
Medical Tribune

Cineol bei COPD und Asthma

bluegum@stock.xchngCineol ist die Reinsubstanz von Eukalyptus. Der in der Natur vorkommende Eukalyptus enthält 80% des nötigen Wirkstoffes, der in Soledum forte auf 100% angereichert wird. Man nimmt davon täglich 2-4 Kapseln, jeweils eine Kapsel ca. eine halbe Stunde vor den Mahlzeiten.

Es konnte gezeigt werden, dass Cineol die Entzündungsprozesse sowohl bei Asthma als auch bei der COPD verringert. Zusätzlich konnte die Schlagfrequenz der Flimmerhärchen in den Atemwegen erhöht werden. Die Untersuchungen zeigten weiter, die Einnahme von Cineol zusätzlich zur sonstigen Medikation bringt eine deutliche Verminderung der akuten Verschlechterung (Exazerbation) bei Patienten mit mittelgradiger und schwerer COPD. Die Verminderungsrate liegt bei etwa 38%. Bei Patienten mit Asthma verbessert Cineol die Asthmakontrolle, erkennbar an einem leichten Anstieg der Lungenfunktion, einer deutlichen Verbesserung der Lebensqualität und weniger nächtlicher Störungen. Cineol ist also durchaus eine gute Möglichkeit, die Therapie von COPD und Asthma zu unterstützen.

Quelle: Patientenveranstaltung Fürth/Bayern 2011

Bildnachweis: bluegum@stock.xchng

wie ist das eigentlich mit der Atmung?

Unser Atemwegssystem / Funktion / die einzelnen Atembewegungen

mehr infos hier

Flugreisen mit Sauerstoff, wie geht das?

Auch Patienten mit Atemwegs- und Lungenerkrankungen können heutzutage die Vorzüge von Flugreisen genießen, wenn die Reise gut geplant ist. Um Sie bei der Planung zu unterstützen, haben wir versucht, Informationen möglichst vieler europäischer Fluggesellschaften zusammenzustellen. Einige Fluggesellschaften stellen z.B. die Versorgung mit Sauerstoff sicher, haben eine Notfallausrüstung an Bord der Flugzeuge oder besitzen allgemein ein Management zum speziellen Umgang mit chronisch kranken Passagieren. Die Fluggesellschaften sind nach ihrem Herkunftsland geordnet.

Informationen zu den einzelnen Fluggesellschaften sind hier auch zu finden.

hier geht es lang

Depression und Angst bei COPD

Viele Betroffene leider nicht nur unter der Krankheit selbst, sondern haben auch mit depressiven Zuständen und Angst zu kämpfen. Dies verschlechtert nicht nur die Lebenserwartung sondern mindert außerdem die Lebensqualität nochmals. Eine psychotherapeutische Behandlung sollte deshalb ein fester Bestandteil der COPD Therapie sein!
Studien haben auch bewiesen, dass im Hinblick auf das Wohlbefinden der Patienten die psychologischen Variablen Angst und Depressivität einen viel größere Rolle spielen als der jeweilige Schweregrad der COPD.

Und wie kommt es zu einer Depression bei COPD?
Die Erkrankung ist mit erheblichen schleichenden Einschnitten ins Alltagsleben verbunden. Oft ist damit eine schrittweise Einstellung sportlicher und körperlicher Aktivitäten verbunden. Weiter reduziert sich die körperliche Leistungsfähigkeit oft soweit, dass die Patienten Atemnot bekommen, wenn sie eine Treppe hochgehen. Im Alltag führt das dazu, dass Beruf, Freizeitaktivitäten und Haushaltspflichten zunehmend erschwert sind oder sogar unmöglich werden. Unter Umständen wird der Patient krankheitsbedingt Frührentner und muss evtl. auch noch dadurch bedingte finanzielle Einbußen hinnehmen.

Medizinische und psychotherapeutische Behandlung hilft
Wer mit psychischen Problemen belastet ist, befindet sich schnell in einer andauernden Abwärtsspirale, am Ende mit dem Verlust jeglichen Lebensmutes. Die selbständige Befreiung aus dieser Situation gelingt den Wenigsten. Depression ist kein vorübergehender Zustand, der sich mit ein bisschen Anstrengung überwinden lässt. Sie ist eine ernstzunehmende Krankheit, die daher auch als solche behandelt werden muss.
Gerade wenn es um darum geht, das Fortschreiten der COPD zu bekämpfen, ist die Überwindung der Depression von großer Bedeutung. Dies kann auf der einen Seite durch eine Psychotherapie erfolgen, aber auch durch den Einsatz von Medikamenten ergänzt werden. Hilfreich sind so genannte stimmungsaufhellende Antidepressiva, die viele Patienten erst für andere Therapieformen zugänglich machen.

Chancen für die Erhöhung der eigenen Lebensqualität
Die Erkennung der Zusammenhänge von Lebensqualität und psychischen Faktoren wie Angst und Depressivität, ermöglichen dann mit geeigneten Mitteln eine Besserung der allgemeinen Befindlichkeit der Patienten. Ziel muß die Rückgewinnung von Lebensmut durch die Erarbeitung neuer Perspektiven sein – auch und gerade mit der COPD!

COPD und Diabetes mellitus

foobean01@stock.xchngDie COPD ist nach heutigem Wissen nicht nur ein Entzündungsprozess in den Atemwegen, sondern kann den gesamten Organismus angreifen. Dazu gehören die Gewichtsabnahme, die Muskelatrophie, die Osteoporose, die koronare Herzkrankheit und eben auch das metabolische Syndrom bzw. der Typ-2-Diabetes. Wenn die Entzündungsparameter erhöht sind, findet man offensichtlich sehr viele Diabetes-2-Patienten, Entzündungsparameter sind übrigens schon bei Patienten mit geringer körperlicher Aktivität erhöht.

Auf dem Kongress „Diabetologie grenzenlos“ , 11.2.2011 in München wurde jetzt diskutiert, inwieweit auch die üblichen COPD-Medikamente einen Einfluss auf die Entstehung eines Diabetes haben könnten.

Einig waren sich die Beteiligten, dass eine systemische Gabe von Kortison länger als 2 Wochen einen negativen Einfluss hat. Eine längere Einnahmedauer wäre nicht vertretbar.

Bei den inhalativen Kortikoiden wurde gesagt, dass die Dosis ausschlaggebend sei,  in üblicher Dosierung haben sie wahrscheinlich keinen Einfluss.

Bei den bronchienerweiternden Mitteln gibt es relevante Unterschiede.

Während die Anticholinergika keinen Einfluss haben, können Betamimetika, sowohl die kurzwirksamen wie auch die langwirksamen den Blutzuckerspiegel stark erhöhen.

Bei Roflumilast scheint es nach ersten Verlaufsbeobachtungen sogar zu einer Verbesserung der Stoffwechselsituation zu kommen.

Quelle: nach einem Kongressbericht in der Zeitschrift MMW- Fortschritte der Medizin 2011;153(11)

Christa
 
Bildnachweis: foobean01@stock.xchng