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Einträge mit dem Schlagwort Husten

Interstitielle Lungenerkrankungen bei Systemerkrankungen I

Sarkoidose

Sarkoidose, auch Morbus Boeck genannt, ist eine Erkrankung, bei der es zur Bildung von Granulomen (mikroskopisch kleinen Bindegewebsknötchen) kommt. Diese Granulome können sich überall im Körper bilden und somit eine Vielzahl von Beschwerden oder Symptomen verursachen.
Die Ursache der Sarkoidose ist unbekannt. Forscher vermuten, dass die Erkrankung teils durch die Gene, teils durch Umweltfaktoren bestimmt wird. Mittlerweile sind Gen-Veränderungen bekannt, welche das Risiko für Sarkoidose erhöhen.

Die aktuelle Vorstellung der medizinischen Experten geht von folgendem Szenarium aus:
Durch einen bislang nicht näher bestimmten Auslöser wird das Immunsystem des Körpers aktiviert. Dabei kommt es zu einer Abwehrreaktion im Körper, und zwar in Form einer Einlagerung von Zellen des Immunsystems im Bindegewebe des betroffenen Organs. Ergebnis dieses Prozesses ist die Bildung von sogenannten Granulomen, gutartige Knötchen.
Die Krankheit umfasst eine Reihe von Unterformen und verschiedene Verlaufsformen.

In nahezu allen Fällen der Sarkoidose wird die Lunge befallen. Daher wurde die Sarkoidose früher auch als Erkrankung der Lunge gedeutet, da sie als das am häufigsten betroffene Organ zu nennen ist.

Als Mittel der ersten Wahl gilt das Kortison, um das Entzündungsgeschehen zu unterdrücken und immunologische Reaktionen zu dämpfen. Voraussetzung für diese Wirkung ist allerdings, dass höhere Dosen des Hormons verabreicht werden, als sie der Körper normalerweise produziert. Dieser Hormonüberschuss birgt aber das Risiko unerwünschter Wirkungen.

Die Sarkoidose wird unterteilt in zwei Verlaufsformen – nämlich akut und chronisch. Außerdem kann sie verschiedene Organe betreffen. Demzufolge sind unterschiedliche Therapien notwendig.

Die Prognose der plötzlich auftretenden Verlaufsform ist relativ günstig.
Bei günstigem chronischem Verlauf kommt es zum Stillstand der Erkrankung (ca. 40–60% der Fälle).

Lungenembolie

Löst sich ein Blutgerinnsel (Thrombus) in einem Gefäß und wird weitergetragen in ein anderes Gefäß, wo es sich festsetzt, spricht man von einer Embolie. Erreicht so ein Blutgerinnsel die Lungenarterien, spricht man von einer Lungenembolie. Das Blutgerinnsel verstopft die Arterie, in der Folge wird das Lungengewebe, das von dieser Arterie versorgt wird, mangeldurchblutet. Die meisten Lungenembolien verlaufen ohne Symptome und unbemerkt.

Ursachen

Etliche Vorerkrankungen oder Operationen erhöhen dir Wahrscheinlichkeit, das sich ein Blutgerinnsel in den unteren großen Körpervenen bildet. Bei erhöhtem Druck im Bauchraum (Husten Niesen, Pressen auf der Toilette) kann sich dieser Thrombus lösen und in die Lunge gelangen. Risikofaktoren für die Entstehung einer Thrombose sind:

  • Eine veränderte Blutgerinnung
  • Inaktivität (etwa längeres Sitzen bei Reisen)
  • Operationen, v.a. Eingriffe im Unterleib, Hüft-oder Kniegelenksoperationen
  • Verletzungen, z.B. Knochenbrüche
  • Bettlägerigkeit: insbesondere ältere Menschen und Frischoperierte sollten so schnell wie möglich mobilisiert werden.
  • Übergewicht
  • Schwangerschaft
  • Die „Pille“, vor allem im Zusammenhang mit Rauchen
  • Krebserkrankungen (bösartig)
  • Herzinsuffizienz
  • Schlaganfall
Symptome

Je größer das Blutgerinnsel, desto mehr Beschwerden. Je kleiner das Blutgerinnsel, desto weniger oder gar keine Beschwerden. Bei einer großen Lungenembolie treten folgende Beschwerden schlagartig auf:

  • Atemnot
  • Plötzliche Brustschmerzen, vor allem beim Einatmen
  • Husten (evtl. blutig)
  • Schweißausbruch
  • Angst, Unruhe, Beklemmungsgefühl
  • Gestaute Halsvenen
  • Schneller Puls (Tachykardie)
  • Bläuliche Verfärbung von Haut und Schleimhäuten auf Grund des Sauerstoffmangels (Zyanose), am auffälligsten: die Verfärbung von Lippen und Fingernägeln.
  • Plötzliche Bewusstlosigkeit (Synkope)

Die Beschwerden können auch schubweise auftreten, wenn sich das Gerinnsel nur langsam löst und in Etappen eingeschwemmt wird.

Diagnose

Der Arzt stellt die Diagnose anhand einiger technischer Untersuchungen:

  • Das Elektrokardiogramm (EKG) zeigt bei größeren Embolien typische Veränderungen.
  • Untersuchung der Blutgase bzw. Sauerstoffsättigung
  • Blutabnahme zu Nachweis von so genannten D-Dimeren. Bei einer Lungenembolie ist die Konzentration von D-Dimeren erhöht.
  • Ultraschalluntersuchung des Herzens (Echokardiografie)
  • Computertomografie der Lunge mit Kontrastmittel
  • Kontrolle der Lungenbelüftung und -durchblutung (Lungen-Szintigrafie)
  • Darstellung der Lungengefäße mit Kontrastmittel (Pulmonalangiographie)
  • Ultraschall er Beinvenen (Doppler-Sonografie) und Kontrastmitteldarstellung der Venen (Phlebographie), um die verursachende Thrombose zu finden.
Therapie

Wichtig bei einer Lungenembolie sind: Bettruhe, Schmerzbekämpfung und die Gabe von Sauerstoff. Es wird sofort eine Behandlung mit Heparin eingeleitet, damit das Gerinnsel nicht weiter wächst und sich auch keine weiteren Gerinnsel bilden können. In einigen Fällen bei großem Embolien wird eine so genannte Lyse-Therapie eingeleitet, die das Gerinnsel durch Medikamente auflöst. Selten wird ein Thrombus operativ oder mit einem Katheter entfernt.

Vorbeugung

Die blutgerinnungshemmende Therapie wird meist fortgesetzt mit Tabletten oder Spritzen. Unter Umständen muss diese Therapie ein Leben lang erfolgen. Bilden sich trotz der Therapie immer wieder Thromben, so kann eine Art Sieb (Cava-Schirm) in die Hohlvene eingesetzt werden, das hindert den Thrombus daran, in die Lunge zu gelangen.

Prognose

Nach überstandener Lungenembolie muss die Grunderkrankung behandelt werden, um einem erneuten Blutgerinnsel vorzubeugen. In seltenen Fällen entwickelt sich ein chronischer Lungenhochdruck (pulmonale Hypertonie). Bei 3-4% endet eine Lungenembolie tödlich. Komplikationen einer Lungenembolie:

  • Entzündung des Brustfells (Pleuritis)
  • Absterben des betroffenen Lungenteiles (Lungeninfarkt) mit blutigem Husten
  • Lungenentzündung (Pneumonie)
  • Schädigung des Herzens (Rechtsherzversagen)

Wenn das Atmen schwer fällt

Chronischer Husten

Wer bereits am Morgen mit Husten aufwacht, sollte dies als Warnsignal betrachten. Denn dahinter könnte sich eine chronische Lungenkrankheit verbergen

Chronischer Husten und Atemnot

Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung – kurz COPD (aus dem Englischen „Chronic Obstructive Pulmonary Disease“) genannt – ist laut Definition der Weltgesundheitsorganisation WHO ein Krankheitszustand, der durch eine nicht oder nur teilweise reversible Einschränkung des Atemflusses charakterisiert ist. Das Krankheitsbild ist gekennzeichnet durch massive Schleimbildung in den Atemwegen. Dadurch kommt es zu chronischem Husten und zunehmender Atemnot bei körperlicher Belastung.
Unter dem Begriff COPD werden chronische Bronchitis, eine Verengung der Atemwege und das pulmonale Emphysem (= irreversible Vergrößerung des Luftraumes mit Zerstörung der Lungenbläschen) zusammengefasst.

Risikofaktoren

COPD ist weltweit die häufigste chronische Atemwegserkrankung. In Europa und den USA gilt COPD als vierthäufigste Todesursache und wird nach Einschätzung der WHO im Jahre 2020 weltweit auf dem dritten Platz rangieren.
Hauptrisikofaktor für die Entwicklung einer COPD ist das Zigarettenrauchen, wobei die Gesundheitsgefährdung, die durch das Passivrauchen entsteht, noch immer stark unterschätzt wird. Des Weiteren scheinen genetische Faktoren eine Rolle bei der Ausbreitung der Krankheit zu spielen. Auch das Einatmen schädigender Stäube und Gase zählt zu den Risikofaktoren. Virale und bakterielle Infektionen tragen darüber hinaus zu akuten Verschlechterungen bei.

Vorbeugung ist möglich

Die wichtigste präventive Maßnahme ist – nicht zu rauchen! Für die Raucherentwöhnung gibt es zahlreiche Möglichkeiten -fragen Sie uns, wir beraten Sie gerne!
Patienten, die bereits an einer COPD leiden, sollten zudem schädigende Stäube meiden und sich gegen Influenza und Pneumokokken impfen lassen