Selbsthilfe von Mensch zu Mensch

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Die Sache mit der Hygiene

Jeremy Doorten, stock.xchng

Jeremy Doorten, stock.xchng

Ein  Paradies für Bakterien

– unsere Hände

Bakterien sind nicht nur im Darm vorhanden. Unsere Hände sind ein regelrechtes Biotop für vielfältige Arten von Bakterien. Nach einer Mitteilung des Berufsverbandes Deutscher Internisten (BDI)  ist es aufgrund neuer Analysemethoden nun möglich, die Bakterienflora und ihre Zusammensetzung auf der menschlichen Haut weitgehend zu erfassen.

Bis zu 10 Millionen Bakterien leben im Schnitt auf einem Quadratzentimeter menschlicher Haut. Amerikanische Forscher haben über 4.700 Bakterienarten identifiziert, die die Handinnenflächen besiedeln. Jeder Mensch bis zu 150 verschiedene Arten auf seinen Händen. Erhebliche Unterschiede zeigen sich jedoch in der Zusammensetzung dieser Bakteriengemeinschaften  von Mensch zu Mensch, ja sogar von Hand zu Hand: 83% der Bakterien auf der Hand dieses Menschen kommen nicht auf seiner anderen Hand vor. Bei Linkshändern ist eine deutlich größere Vielfalt an Bakterien auf ihrer linken als auf ihrer rechten Hand auf vorhanden, bei Rechtshändern ist es genau umgekehrt.

Diese Unterschiede fanden die Wissenschaftler auch heraus: Frauenhände weisen nicht nur eine unterschiedliche Bakterienflora auf, sondern sie beherbergen offenbar generell mehr Bakterienarten als die von Männern. Der Grund hierfür ist  noch unklar. Eventuell ist der niedrigere pH-Wert der männlichen Haut ein Grund, da Bakterien in saurer Umgebung nicht so gut wachsen können. Es können jedoch auch unterschiedliche Hormonproduktion, Schweißbildung, Waschgewohnheiten und Kosmetikgebrauch die Ursachen sein.

Viele Bakterien müssen nicht zwangsläufig negativ sein – im Gegenteil. Eine große Artenvielfalt verhindert, dass sich krankmachende Bakterien vermehren, wurde vom BDI mitgeteilt.

Was für den Gesunden keine Gefahr darstellt, kann für bestimmte Menschengruppen eine Gefahr für Leib und Leben bedeuten.

Über die Hände können Krankheitserreger übertragen werden. Grippe- und Erkältungsviren oder schädliche Darmbakterien werden leicht über direkten Handkontakt, über Geländer, Türgriffe, den Einkaufwagen im Supermarkt verbreitet, wenn nach dem Kontakt die Hände ohne Desinfektion zum Mund oder zur Nase geführt werden, was oft genug auch ganz unbewusst passiert.

Deshalb: Hände waschen nicht vergessen und die Handdesinfektion aus der Handtasche!

Hygiene in der Klinik

Bis zu 20 000 Todesfälle in deutschen Krankenhäusern könnten jährlich nach Expertenangaben allein durch bessere Hygiene verhindert werden. Auch bis zu 500 000 überflüssige Infektionen ließen sich vermeiden. Dies teilte aktuell die Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH) in Berlin mit.

Konsequente Gegenmaßnahmen gegen die seit Jahren unverändert hohe Infektionsrate seien überfällig: So fordert die DGKH für jedes Krankenhaus mit mehr als 400 Betten einen eigenen Facharzt für Hygiene.

Infektionen durch gegen Antibiotika resistente Bakterien führen in schweren Fällen zu Amputationen oder gar zum Tod. Würden die Hygienestandards alle eingehalten – dazu zählt bei Ärzten und Pflegepersonal zum Beispiel die regelmäßige Desinfektion der Hände – blieben den Patienten nicht nur längere Klinikaufenthalte erspart.
Krankenkassen und auch Krankenhäuser selbst profitierten finanziell von einer niedrigeren Infektionsrate.

Siehe auch: http://www.derwesten.de

Bildnachweis: Jeremy Doorten, stock.xchng