Selbsthilfe von Mensch zu Mensch

Einträge mit dem Schlagwort Lunge

Gender Medicine

Gender Medicine

Dieser Begriff taucht mittlerweile auch in den Medien auf.

Darunter versteht man eine Medizin, die geschlechtsspezifische Gesichtspunkte berücksichtigt und das rückt immer mehr in den Fokus der Forschung.

Es gibt heute bereits viele Fachrichtungen, die den kleinen Unterschied beachten, und wissen, dass geschlechtsspezifische Besonderheiten zu unterschiedlichen Krankheitsverläufen und manchmal eben auch zu unterschiedlichen Behandlungsansätzen führen.

Hier ist eine für mich sehr gute Zusammenfassung der Problematik:

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=5991

Auf dem diesjährigen Pneumologenkongress wurde in einem Symposium auch die Frage

Gendermedizin auch in der Lungenheilkunde?“

gestellt und festgestellt:

Für die Pneumologie sind — wie auch in anderen Fachdisziplinen — körperliche und physiologische Unterschiede zwischen Mann und Frau relevant, die die behandelnden Ärzte im Hinterkopf behalten sollten. Die Lunge einer Frau ist kleiner als beim Mann, der Querschnitt der Atemwege, die Diffusionsoberfläche, die Vitalkapazität und der maximale exspiratorische Atemflussrate sind geringer. Hormone wie Östrogen und Progesteron beeinflussen die Lunge und die Ventilation.

Neben den biologischen Faktoren spielen auch soziokulturelle Unterschiede eine Rolle:

  • Frauen beschreiben ihre Beschwerden, die zur Diagnose führen, anders als Männer.
  • Frauen beurteilen die Wirkung sowie Nebenwirkungen von Arzneimitteln anders.
  • Frauen messen ihren Peak Flow öfter (was  nicht nur positiv ist, zum Beispiel wenn es aus Angst geschieht und aus den Ergebnissen unter Umständen falsche Schlüsse gezogen werden).
  • Auch die Häufigkeit und Art und Weise der Inhalation ist geschlechtsabhängig. Viele Frauen inhalieren beispielsweise nicht gerne am Arbeitsplatz, weil sie sich schämen, eine Schwäche zuzugeben.

Geringere Dosierung reicht oft aus

Zusammenfassend wurde festgestellt, dass Frauen mit Erkrankungen wie Asthma oder COPD nach dem heutigen Stand zwar keine anderen Medikamente als Männer brauchen, aber geringere Dosierungen. Um Geschlechtergerechtigkeit zu bekommen, sind unbedingt Studien notwendig

 

Quelle: Pneumo News 2011; 5 (3): 40 basierend auf: Symposium „Gendermedizin in der Pneumologie“, DGP-Jahrestagung, Dresden, 7.–10. April 2011

 

 Christa

Lungengeräusche – was hört der Arzt bei welcher Krankheit

Durch Beklopfen, der so genannten Perkussion, kann der Arzt die Atembewegungen der Lunge, ihre Verlagerung nach unten bei der Einatmung bzw. nach oben bei der Ausatmung sowie eine Behinderung dieser Bewegungen erkennen.

Die Lungen geben aufgrund ihres Luftgehalts einen vollen Klopfschall ab – was die angrenzenden Organen Herz, Leber und Milz nicht tun. Auch Verdichtungen des Lungengewebes aufgrund bestimmter Erkrankungen wie zum Beispiel Lungenentzündung, Tuberkulose sowie größere Hohlräume, z.B. beim Lungenemphysem können durch Abklopfen lokalisiert werden.

Derartige Veränderungen sowie krankhafte Atemgeräusche sind zu hören bei der Auskultation. Dabei wird das Ohr direkt oder mittels einem Stethoskop auf die Brustwand auflegt.

 

Was hört mein Arzt eigentlich, wenn er meine Lunge mit dem Stethoskop abhört?

Hier zum mithören, wie es klingt, wenn
– das Lungengeräusch normal ist,
– eine Lungenentzündung,
– eine chronische Bronchitis oder
– ein Asthma bronchiale vorliegt

hier geht es zum Lungengeräusch

Und bitte Lautsprecher einschalten!

Bildnachweis: Kurhan@stock.xchng

Pneumokoniosen

(auch: Staublungenkrankheit)

Hierbei handelt es sich um eine chronische Erkrankung des Lungenzwischengewebes, hervorgerufen durch das Einatmen von Stäuben. Die häufigsten Pneumokoniosen sind die Silikose (durch Quarzstaub), die Asbestose (durch Asbeststaub) und die Berylliose (durch Berylliumstaub).

Die Silikose gehört zu den häufigsten Berufskrankheiten, die die Lunge betreffen; gefährdet sind Arbeiter im Bergbau, in Zementfabriken, bei Sandstrahlarbeiten und Arbeiten mit Keramik und Steingut. Oft liegen 20–30 Jahre zwischen dem Beginn der Staubbelastung und ersten im Röntgenbild sichtbaren Krankheitszeichen. Pneumokoniosen führen zur Lungenfibrose und begünstigen die Entstehung einer Tuberkulose.

Die Asbestose kann Lungenkrebs oder einen bösartigen Tumor der Pleura (Brustfell) verursachen (Pleuramesotheliom). Das Risiko erhöht sich, wenn zusätzlich geraucht wird. Therapeutisch lässt sich der Verlauf einer Pneumokoniose nicht beeinflussen. Verlaufskontrollen sollen rechtzeitig mögliche Komplikationen wie Tuberkulose und Lungenkrebs erkennen helfen.

Eine Beryllium-Exposition tritt bei Arbeitern von berylliumverarbeitenden Industriezweigen (z.B. Flugzeugbau, Zahntechnische Labors, Kernkraftwerke) durch Einatmung von berylliumhaltigem Staub auf.
Therapeutisch lässt sich der Verlauf einer Pneumokoniose nicht beeinflussen. Verlaufskontrollen sollen rechtzeitig mögliche Komplikationen wie Tuberkulose und Lungenkrebs erkennen helfen.

Im Spätstadium kann bei allen eine Langzeit-Sauerstoff-Therapie nötig werden.

Bei der Silikose, der Asbestose und der Berylliose handelt es sich um anerkannte Berufserkrankungen.

2010 – Das Jahr der Lunge

2010 - Jahr der Lunge

Das Jahr 2010 ist der Aufklärung über Lungenkrankheiten gewidmet und wurde vom Forum internationaler Lungengesellschaften (Forum of International Respiratory Societies – FIRS) zum JAHR DER LUNGE ausgerufen. 

Die Bedeutung der Lungenkrankheiten soll stärker in Fokus gerückt werden.  Viele Millionen Menschen leider unter Lungenkrankheiten wie Asthma, COPD, Lungekrebs, Pneumonie, Influenza und Tuberkulose, über 10 Millionen Menschen sterben daran. 19% alles Todesfälle sind auf Lungenkrankheiten zurück zu führen, 15% vorzeitiger Berentungen ebenso. 

Hauptziel der Initiative ist es, das Bewußtsein für eine gesunde Lunge zu wecken und über Lungenkrankheiten aufzuklären. 

FIRS und die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) sind aufgrund des weltweiten Vormarsches von Lungen- und Bronchialerkrankungen der Meinung, dass diese verstärkt öffentlich gemacht werden sollen. 

Die Weltgesundheitsorganisation WHO listet unter den zehn häufigsten Erkrankungen weltweit vier pneumologische Erkrankungen auf: 

  • die obstruktitven Atemwegserkrankungen Asthma und chronisch obstruktive Bronchitis (COPD)
  • Pneumonie,
  • Tuberkulose und
  • Bronchialkarzinom

Die Öffentlichkeitskampagne zum JAHR DER LUNGE soll um Unterstützung im Kampf gegen die Lungenkrankheiten werben, um Prävention, Diagnostik, Therapie und die Erforschung neuer Wege verstärken.

Mai, 2010

http://www.medmag.de/2010-das-jahr-der-lunge.html