Selbsthilfe von Mensch zu Mensch

Einträge mit dem Schlagwort Lungenemphysem

Sommergrippe

Auch in der warmen Jahreszeit besteht immer die Gefahr, sich einen grippalen Infekt einzuhandeln. Auch jetzt sind Erkältungsviren unterwegs.

Und bei einem überhitzen Körper trocknen die Schleimhäute aus, dazu kommt dann Zugluft von der Klimaanlage oder durch ein offenes  Autofenster. Damit können die Schleimhäute ihre Schutzfunktion nicht gewährleisten und die Viren haben ein leichtes Spiel.

Was hilft jetzt diese Sommergrippe zu vermeiden?

  • Durst nicht mit eiskalten Getränken löschen, welche unmittelbar aus dem Kühlschrank kommen.
  • Ausreichend  trinken.
  • Zugluft und sehr kühl eingestellte Klimaanlagen meiden.
  • Zu viel Sonne meiden. Das schwächt Abwehrkräfte.
  • Keine nasse oder durchgeschwitzte Kleidung zu lange tragen.
  • Bewegung an der frischen Luft. Das gibt dem Körper Möglichkeit, den Vitamin D Speicher aufzufüllen.
  • Regelmäßig Sport treiben, um fit zu bleiben. Das stärkt das Immunsystem.
  • Auf eine gesunde Ernährung achten.
Christa

Verfahren zur Lungenvolumenreduktion

Seit den 1990er Jahren wird die chirurgische Lungenvolumenreduktion (LVRS) mit dem Ziel durch Entfernung von emphysematösen Gewebe die Überblähung zu reduzieren, eingesetzt. In einer Subgruppe von Patienten kam es dadurch zu einer Verbesserung der Lungenfunktion und der Lebensqualität.
Allerdings war bei diesem Verfahren die Gesamtsterblichkeit in den ersten 90 Tagen deutlich erhöht, so dass man nach minimal invasiven Eingriffen gesucht hat.

Endoskopische Verfahren zur Lungenvolumenreduktion

Bei Patienten mit einem heterogenen Emphysem, die in der Bodyplethysmogrphie eine FEV1 von 20 bis 45% sowie ein Residualvolumen von >150%, besser noch > 200% aufweisen kann der Einschluss in eines der mittlerweile vielen Studien geprüft werden.

Es gibt mittlerweile unterschiedliche Verfahren:

Reversible blockierende Verfahren
Das Prinzip besteht in einer endoskopischen Implantation von Einweg-Ventilen, die ein Entweichen der Luft bei der Ausatmung erlauben, jedoch ein Einströmen der Luft bei der Einatmung verhindern. Die Ventile werden über ein Bronchoskop eingebracht.
Eine erste größere Studie mit 321 Patienten zeigte gute Resultate im Hinblick auf den FEV1 und die Gehstrecke bei nur minimaler Komplikationsrate.
Ein unabhängiger Faktor für den Erfolg ist aber eine fehlende oder geringe kollaterale Ventilation zwischen den einzelnen Lungenabschnitten. Beim Emphysem gibt es leider häufig solche zusätzliche Kanäle, über die dann die durch die Ventile verschlossenen Lungenlappen retrograd doch wieder mit Luft gefüllt werden, so dass ein Erfolg ausbleibt. Mittlerweile gibt es aber schon Möglichkeiten, dies voraus zu eruieren.

Teilblockierende Verfahren
Hier wird mit Implantation von Coils gearbeitet.
Das sind Spiralen aus Nitinoldraht, die mit einem speziellen Introducer-System erst in gestreckten Zustand eingeführt werden. Nach Abladen nehmen sie dann , unter Mitnahme der Bronchien, ihre ursprüngliche Gestalt an.

Irreversible nicht blockierende Verfahren
Polymerische Lungenvolumenreduktion (PLVR)
Hier wird ein Hydrogelschaum in die Segmente des zerstörten Lungengewebes eingebracht mit dem Ziel der Gewebsschrumpfung durch einen entzündlichen Reiz.

Bronchoskopische Thermoablation
Hier wird durch Einbringen von heißem Wasserdampf das gleiche Ziel verfolgt.

Das Einsetzten von Spiralen, das Verkleben oder Verdampfen von Lungengewebe wird evt. als Alternative bei Patienten mit hoher kollateraler Ventilation gesehen.

Bronchiale Thermoplastie bei schwerem Asthma bronchiale
Hier wird die glatte Muskulatur der zentralen Atemwege zerstört und in, allerdings noch kleinen Studien, wurde gezeigt, dass die Asthmakontrolle und die Lebensqualität verbessert werden konnten.

Christa

Von einem Schreck zum Anderen

Alle Symptome deuteten darauf hin. Ich hatte mir einen Infekt zugegezogen.
Gliederschmerzen, kraftlos, nur müde und Husten, Husten, Husten.
Trockener Husten, brodelnd in den Bronchien, tagsüber und auch in der Nacht, dann auch noch Fieber, eine Exacerbation *1 war da.

Mit Tee, Inhalationen und dann mit Antibiotika versuchte ich gegen die Verschleimung und die damit verbundene Atemnot anzugehen.
Dann konnte ich endlich abhusten, verdächtig in der Farbe, d.h. die grünliche Verfärbung war da.

Zu meinem Schrecken war das Sputum jedoch gut zur Hälfte auch noch blutig. Ich huste Blut.

Nicht die kleinen Blutfädchen, die sich schon mal nach Hustenreiz zeigen, wenn ein kleines Äderchen im Hals reist.
Nein, das war mehr und hat mich mächtig erschreckt.

Am nächsten Tag stand ich ohne Termin beim Lungenarzt und bat um Hilfe. Er schickte mich direkt zum Röntgen.
Die Aufnahmen wurden gemacht und die Röntgenärztin rief mich zum Gespräch.

„Die Aufnahmen ergeben kein Karzinom und es ist auch keine Einblutung zu erkennen. Ihre Lunge stellt sich kaum verändert zu den Aufnahmen von vor 5 Jahren dar“.

Ich war so erleichtert.

Ich konnte mit dem Arztbericht direkt wieder in die Lungenpraxis gehen.

Auf dem Weg schaute ich mir den Bericht an, was stand da????

….. zeichnet sich eine beginnende Fibrose ab

Was? Ich dachte alles in Ordnung und dann das und ohne ein Wort, nur diese Buchstaben auf dem Blatt in meiner Hand. 

Und wieder fuhr der Schreck mit Macht in mich.

Völlig aufgelöst kam ich im Obergeschoss an. Meine Seelenlage war sicher deutlich zu sehen und mein Lungenfacharzt nahm sich auch direkt wieder Zeit für mich.

Aus der Röntgenabteilung lud er sich die aktuellen Bilder auf den Schirm, studierte sie intensiv und sagte dann:

1000%ig, Sie haben keine Fibrose. Das was sich für die Kollegen so darstellt, sind die Auswirkungen der derzeitigen  Bronchitis. Eine Fibrose, nein niemals.

Erleichterung, Klappe die Zweite. Gerne habe ich diese Erklärung angenommen, ich vertraue ihm.

Zur Abklärung der Lage meines Emphysems war schon vor einiger Zeit ein CT-Termin*2 vereinbart. Diese Untersuchung  wird dann hoffentlich  die Aussage meines Lufa  – keine Fibrose – noch untermauern.

Mein persönliches Fazit aus diesem Erlebnis ist:

Verrückt machen nutzt nichts, Fakten – und dann am besten immer mindestens  zwei Meinungen.

 

*1  Exacerbation – Die akute Exacerbation ist eine plötzliche Verschlechterung der COPD. Als Leitsymptome treten Atemnot, vermehrter Husten und verstärkt eitriger Schleim auf
*2  Computertomographie – Abkürzung CT, ist die rechnerbasierte Auswertung einer Vielzahl aus verschiedenen Richtungen aufgenommener Röntgenaufnahmen eines Objektes, um daraus ein Schnittbild zu erzeugen
*3 Als Lungenemphysem wird eine nicht mehr rückgängig zu machende Überblähung der kleinsten luftgefüllten Strukturen (Lungenbläschen, Alveolen) der Lunge bezeichnet

Bildnachweis: 770824 @ stock.xchng

Lippenbremse bei COPD-Lungenemphysem

LippenbremseDie Lippenbremse als Atemtechnik bei COPD/Lungenemphysem

Bei der Ausatmung wird das Volumen der Lunge und auch der Querschnitt der Atemwege verringert. Wer also z. B. durch eine chronisch obstruktive Bronchitis ohnehin verengte Bronchien hat, kann die verbrauchte Atemluft kaum loswerden und fühlt sich schnell überbläht. Die geschieht meistens bei Belastung, da hier bei einsetzender Atemnot oft gepresst und angestrengt geatmet wird.

Hier kommt die dosierte Lippenbremse zum Einsatz. Bei dieser Atemtechnik legt man die Lippen leicht übereinander (nicht pressen) und atmet dabei gegen den Widerstand aus. Die Bronchien bleiben durch den erhöhten Innendruck länger geöffnet und die Ausatemluft kann länger und gleichmäßiger ausströmen.

Menschen mit COPD können durch diese Technik, wenn sie rechtzeitig und richtig eingesetzt wird, einer Überblähung der Lunge vorbeugen und so außergewöhnliche Atemnot vermeiden. Lassen Sie sich von Ihrem Atemtherapeuten diese Atemtechnik zeigen.

Thymian – bewährt bei Bronchitis und Husten

Thymian

Thymian

Heilkräuter und ihre Bedeutung in der Medizin

Thymian (Thymus vulgaris L. und Thymus zygis L.) gehört zu den uralten Heilpflanzen. Schon die alten Ägypter nutzten die Wirkkräfte dieses duftenden Strauchs. Im frühen Mittelalter brachten Benediktiner die Arznei- und Gewürzpflanze über die Alpen nach Mitteleuropa. Thymian wird heute in der Medizin bei akuter und chronischer Bronchitis, Husten und allgemeinen Katarrhen der oberen Atemwege eingesetzt.

Würzig-aromatischer Duft

Der Garten- oder Echte Thymian (Thymus vulgaris L.) ist ein reich verzweigter Zwergstrauch, der 10 bis 30 cm hoch wird. Seine elliptischen Blätter sind auf der Unterseite dicht mit weißfilzigen Haaren besetzt. Die hellvioletten, ährigen Blüten zeigen sich von April bis Juli. Der Echte Thymian wächst in Mittel- und Südeuropa, in den Balkanländern und im Kaukasus wild, wird aber in Mitteleuropa, Ostafrika, Indien, der Türkei, Israel, Marokko und den USA auch kultiviert. Dies stellt eine hohe Qualität der. Inhaltsstoffe für die Arzneimittelherstellung sicher. Der Spanische Thymian (Thymus zygis L.) trägt weiße Blüten und wird auf der Iberischen Halbinsel angebaut.

Wohltuende ätherische Öle für Tee und Bäder

Für die Heilpflanze verwendet man die getrockneten Laubblätter und Blüten. Sie haben einen würzig-aromatischen Duft und einen leicht bitteren Geschmack. Die wirksamen Inhaltsstoffe sind hauptsächlich ätherische Öle aus den Phenolen Thymol und Carva-crol. Auch Flavonoide und andere wertvolle Stoffe sind enthalten. Neben der inneren Anwendung in Form von Tees, Dragees, Hustentropfen und Hustensäften gibt es auch Thymianbäder, denen Thymianöl zugesetzt wird. Für ein Vollbad benötigt man 150 g Thymianextrakt und mind. 0,5 % Thymianöl (Gegenanzeigen für Vollbäder: Schwere fiebrige Erkrankungen, akute Hauterkrankungen und Herzinsuffienz bzw. Hypertonie). Auch als antiseptischer Zusatz zu Gurgel-, Mund- und Rasierwasser ist Thymianöl beliebt. Wegen seiner positiv hautreizenden Wirkung wird es sogar Salben und Einreibungsmitteln gegen Ischias und Radikulitis beigemischt.

Thymianwirkstoffe auch bei Kindern gut verträglich

Auch in der Naturheilkunde ist Thymian besonders wegen seiner heilsamen Wirkung auf die Atemwegsorgane beliebt. Er wirkt schleimlösend, entzündungshemmend, bronchienerweiternd, antiviral und antibakteriell. In Studien wurde nachgewiesen, dass auch pflanzliche Heilmittelkombinationen, die Thymianextrakte enthalten, z.B. in Tablettenform, bei akuter Bronchitis mit produktivem Husten, auch Keuchhusten, wirksam sind. Diese sind auch für Kinder und Jugendliche gut verträglich. Kreuzallergene Wirkungen, z.B. bei Birkenpollenallergie, sind jedoch in Einzelfällen möglich und sollten vorab in der Apotheke geklärt werden.

Rezept für Husten- und Bronchialtee:

Mischen Sie 15 g bitteren Fenchel, 35 g Spitzwegerich, 20 g Süßholzwurzel und 30 g Thymian zu einer Kräutermischung. Einen Teelöffel der Kräutermischung pro Tasse mit heißem Wasser übergießen und 5 Minuten ziehen lassen. Ggf. mit Honig süßen. Trinken Sie davon am besten 3x täglich eine Tasse.

Komplikationen bei COPD

Komplikationen bei COPD

Welche Komplikationen sind bei der COPD möglich?

Die COPD umfasst die chronisch obstruktive Bronchitis und das Lungenemphysem. Im Verlauf der Erkrankung kann es zu folgenden Komplikationen kommen:

Akute Exazerbationen

Die Leitsymptome der akuten Exazerbation sind außergewöhnliche Atemnot, vermehrter Husten und verstärkt eitriger Schleim. Weitere Symptome sind Fieber, Abgeschlagenheit sowie ungewöhnlich schlechte Blutgaswerte und eine ungewöhnlich reduzierte Lungenfunktion.

Herzinfarkt oder Schlaganfall

Studien haben gezeigt, dass eine Verschlechterung der COPD das Risiko für Herzinfarkte und ischämische Schlaganfälle (Hirninfarkt) erhöht. Andere Komplikationen sind rechtsseitige Herzinsuffizienz oder Cor pulmonale (Herz Schwellung und Herzversagen aufgrund einer chronischen Lungenerkrankung).

Hoher Blutdruck

COPD kann Bluthochdruck in den Lungenarterien (pulmonale Hypertonie) verursachen.

Lungenentzündung

Diese kann durch eine bakterielle Infektion, die möglicherweise zu Lungenversagen führt, verursacht werden. Erreger primärer Lungenentzündungen sind z. B. Staphylokokken Pneumokokken, Chlamydien und Legionellen sowie das Grippevirus Adenovirus und Parainfluenzaviren.

Pneumothorax

Strukturelle Schäden, die durch eine COPD verursacht werden, können zum Kollabieren der Lunge führen, so dass die Atemluft in den Brustraum austritt.

Depression

Psychische Krankheitsfolgen und Einschränkungen der Lebensqualität sind bei COPD häufig. Zunehmende Atemnot führt oftmals zu Beeinträchtigungen im Berufs- und Familienleben. Angst und Depressionen sind daher keine seltene Ausnahme.

COPD – Definition

COPD steht für chronic obstructive pulmonary disease(chronisch obstruktive Lungenerkrankung) und bezeichnet eine Gruppe von Lungenerkrankungen mit gleichartiger Symptomatik.

Von einer COPD spricht man, wenn eine oder mehrere der folgenden Lungenkrankheiten vorliegen:

Eine COPD ist gekennzeichnet durch verengte (obstruktive) Bronchien und/oder einem überblähten Lungengewebe (Emphysem).
Diese krankhaften Veränderungen sind verantwortlich für die vordergründigen Symptome einer COPD:

Husten,  Atemnot und Auswurf.

Notfallplan bei Exazerbation

Notfall

N O T F A L L

Können Notfallpläne bei Exazerbation (Krankheitsschub) helfen?
Ja, Notfallpläne können den Betroffenen dabei helfen, vermehrte Beschwerden und eine akute Zunahme der Atemnot rechtzeitig als Exazerbation zu erkennen. Der Patient kann Verschlechterungen besser einschätzen und hat dann die Möglichkeit, schnell und angemessen auf diese zu reagieren.

Besprechen Sie Ihren persönlichen Notfallplan mit Ihrem behandelnden Arzt.

Der persönliche Notfallplan listet die typischen Symptome auf, die auf eine Exazerbation hindeuten.

Er beschreibt außerdem, wann es günstig ist, die Einnahme oder die Dosierung von Medikamenten abzuändern oder einen Arzt oder ein Krankenhaus aufzusuchen.

Hilfreich ist außerdem, wenn auch Ihren Angehörigen dieser Notfallplan vorliegt.
Sorgen Sie dafür, dass Sie immer ausreichend Medikamente zur Verfügung haben. Dies gilt nicht nur für zu Hause, sondern auch für Ihren Arbeitsplatz oder im Urlaub.

Wenn es durch einen akuten Krankheitsschub oder eine andere Belastung zu deutlicher Zunahme Ihrer Atemnot kommt, sollten Sie darauf vorbereitet sein!

Für den „Fall der Fälle“ sollte auch das Folgende griffbereit liegen:
– Die Notrufnummer
– Telefonnummer Ihres Arztes oder eines Krankenhauses sowie von Personen, die Ihnen helfen können
– Ihre Medikamentenliste
– Ein letzter oder auch alter Arztbrief

Bildnachweis: hbrinkman@stock.xchng.hu

Mehrheit für strenges Rauchverbot

Bayern: Beim Volksentscheid zum Rauchverbot in der Gastronomie haben die Befürworter einer strengen Regelung klar gewonnen.
Laut vorläufigem amtlichen Endergebnis stimmten 61,O Prozent für den Volksentscheid und 39,O Prozent dagegen. Die Wahlbeteiligung lag bei 37,7 Prozent. Zum Volksentscheid aufgerufen waren 9,4 Millionen Bürger.
Das Rauchen in Kneipen, Gaststätten und Bierzelten wird nun ausnahmslos verboten. Bayern erhält damit das bundesweit strengste Rauchverbot. Die neuen Regelungen werden schon zum 1. August in Kraft treten.

Weitere Informationen:

Nichtraucherschutz-Bayern
Focus online
Zeit online

Zukunftsvisionen – Lunge

Kunstlungen/Ersatzteile sollen einmal ein Spenderorgan ersetzen

(c) by loomes, stock.xchng.hu

Lungentransplantationen sind bislang eine noch sehr kostspielige und kurzfristige Maßnahme zur Rettung schwerstkranker Patienten. Die rare Verfügbarkeit passender Spenderorgane ist ebenso ein großes Hinderniss den Kranken zeitnah zu helfen.

Trotz einem immensen medizinischen Fortschritt in der Operationstechnik und mit immer wirksameren Medikamenten gegen die Abstoßungsreaktionen sind die möglichen Komplikationen bei der Lungentransplantation erheblich.

Das alles soll sich ändern.

Lungen, so stellte sich heraus, sind deutlich komplexere, noch schwerer nachzubauende Organe als zum Beispiel Herzen, die seit langem auch als technischer Nachbau implantiert werden.

An der Yale University wird daran gearbeitet, das molekulare Gerüst einer echten Spenderlunge zu erhalten, zugleich aber die nach der Transplantation problematischen Abstoßungsreaktionen des Gewebes durch das Immunsystem des Empfängers zu minimieren.

Bei aufwändigen Experimenten mit Ratten wurden Teilerfolge erzielt.

Ein Teilerfolg, doch noch ist viel zu tun, um wirklich Erfolg versprechende Lungen auf diesem Weg zu produzieren.

An der Harvard University wird der Erfolg der Weiterentwicklung zur funktionierenden Lungen darin gesehen, funktionale Grundeinheiten des Atemorgans künstlich herzustellen. Endziel ist dabei, sinnvolle Ersatzteile statt eines ganzen neuen Organs zu produzieren.

Zum Beispiel wurde ein Chip, eine gerade einmal nur münzgroße Apparatur entwickelt, die einiges von dem leisten kann, was an der Grenzfläche einer Lungenkapillare stattfindet. Hier geschieht weit mehr als nur Gasaustausch; an der speziellen Grenzfläche zwischen Außenwelt und Körperinnerem findet der ständige Kampf zwischen Krankheitserregern und Abwehrsystem besonders intensiv statt.

Je naturnäher der Lungenchip, desto wertvoller wird er als pharmakologisch verwendbare Alternative zum Versuchstier. Der Chip wird helfen Entzündungsprozesse und die Auseinandersetzungen, die bei einem Kontakt mit Bakterien ablaufen, zu simulieren, um dann einen Weg zu finden, diesem für die Abstoßung verantwortlichen Prozess entgegen zu wirken.

Eine Ersatzlunge als transplantierbares Organ wird auch auf diesem Weg nicht entstehen.

Jedoch wird sich von diesen gesammelten immunologischen und pharmakologischen Informationen erhofft, dass Lungentransplantationen in Zukunft mit weniger Komplikationen durchzuführen sein werden.

http://www.wissenschaft-online.de/artikel/1037312