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Verfahren zur Lungenvolumenreduktion

Seit den 1990er Jahren wird die chirurgische Lungenvolumenreduktion (LVRS) mit dem Ziel durch Entfernung von emphysematösen Gewebe die Überblähung zu reduzieren, eingesetzt. In einer Subgruppe von Patienten kam es dadurch zu einer Verbesserung der Lungenfunktion und der Lebensqualität.
Allerdings war bei diesem Verfahren die Gesamtsterblichkeit in den ersten 90 Tagen deutlich erhöht, so dass man nach minimal invasiven Eingriffen gesucht hat.

Endoskopische Verfahren zur Lungenvolumenreduktion

Bei Patienten mit einem heterogenen Emphysem, die in der Bodyplethysmogrphie eine FEV1 von 20 bis 45% sowie ein Residualvolumen von >150%, besser noch > 200% aufweisen kann der Einschluss in eines der mittlerweile vielen Studien geprüft werden.

Es gibt mittlerweile unterschiedliche Verfahren:

Reversible blockierende Verfahren
Das Prinzip besteht in einer endoskopischen Implantation von Einweg-Ventilen, die ein Entweichen der Luft bei der Ausatmung erlauben, jedoch ein Einströmen der Luft bei der Einatmung verhindern. Die Ventile werden über ein Bronchoskop eingebracht.
Eine erste größere Studie mit 321 Patienten zeigte gute Resultate im Hinblick auf den FEV1 und die Gehstrecke bei nur minimaler Komplikationsrate.
Ein unabhängiger Faktor für den Erfolg ist aber eine fehlende oder geringe kollaterale Ventilation zwischen den einzelnen Lungenabschnitten. Beim Emphysem gibt es leider häufig solche zusätzliche Kanäle, über die dann die durch die Ventile verschlossenen Lungenlappen retrograd doch wieder mit Luft gefüllt werden, so dass ein Erfolg ausbleibt. Mittlerweile gibt es aber schon Möglichkeiten, dies voraus zu eruieren.

Teilblockierende Verfahren
Hier wird mit Implantation von Coils gearbeitet.
Das sind Spiralen aus Nitinoldraht, die mit einem speziellen Introducer-System erst in gestreckten Zustand eingeführt werden. Nach Abladen nehmen sie dann , unter Mitnahme der Bronchien, ihre ursprüngliche Gestalt an.

Irreversible nicht blockierende Verfahren
Polymerische Lungenvolumenreduktion (PLVR)
Hier wird ein Hydrogelschaum in die Segmente des zerstörten Lungengewebes eingebracht mit dem Ziel der Gewebsschrumpfung durch einen entzündlichen Reiz.

Bronchoskopische Thermoablation
Hier wird durch Einbringen von heißem Wasserdampf das gleiche Ziel verfolgt.

Das Einsetzten von Spiralen, das Verkleben oder Verdampfen von Lungengewebe wird evt. als Alternative bei Patienten mit hoher kollateraler Ventilation gesehen.

Bronchiale Thermoplastie bei schwerem Asthma bronchiale
Hier wird die glatte Muskulatur der zentralen Atemwege zerstört und in, allerdings noch kleinen Studien, wurde gezeigt, dass die Asthmakontrolle und die Lebensqualität verbessert werden konnten.

Christa