Selbsthilfe von Mensch zu Mensch

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Tuberkulose

Die Tuberkulose, auch Schwindsucht genannt, ist weltweit verbreitet und gewinnt heutzutage auch in den Industriestaaten durch HIV und Immigration wieder an Bedeutung. Weltweit sterben jährlich etwa zwei Millionen Menschen an Tuberkulose. Schlechter Ernährungszustand, schlechte soziale Verhältnisse und ein geschwächtes Immunsystem begünstigen Infektion und Erkrankung. Krankheitsauslöser sind Tuberkelbakterien (Mycobacterium tuberculosis), die durch Tröpfcheninfektion übertragen werden.

Unterschieden wird zwischen einer offenen, infektiösen Form der Tuberkulose und einer geschlossenen, nicht infektiösen Form. Insgesamt besteht für eine Person mit einer geschlossenen Tuberkulose eine Wahrscheinlichkeit von ungefähr zehn Prozent, dass die Tuberkulose wieder aktiv wird.

Offene, also ansteckende Tuberkulose, unterliegt in Deutschland dem Infektionsschutzgesetz (IfSG), u.a. ist die Erkrankung meldepflichtig.

Die Symptome sind unterschiedlich. Der Primäraffekt verläuft zumeist symptomlos, die Primär- und Postprimärtuberkulose gehen im Allgemeinen mit unspezifischen Symptomen wie Husten, leichtem Fieber, Gewichtsabnahme, Nachtschweiß oder Appetitlosigkeit einher. Mit zunehmender Immunschwäche und Krankheitsausbreitung kommt es zu schwereren Symptomen wie Auszehrung, Pneumonie mit eitrig-blutigem Auswurf, hohem Fieber, Atemnot, Abszessen oder gar Blutvergiftung. Bei Organtuberkulose kommt es zu entsprechenden organischen Beschwerden.

Bei der Tuberkulose ist die Diagnose klinisch schwierig, da die Symptome wenig charakteristisch sind (meist Schwäche, Gewichtsabnahme, leichtes Fieber), auch gar keine Beschwerden sind möglich. Aus diesem Grund sind auch Fehldiagnosen relativ häufig.

Die endgültige Diagnose kann nur durch einen klinisch-chemischen Nachweis des Erregers gestellt werden.

Bei festgestellter offener Tuberkulose erfolgt eine stationäre Behandlung von mind. 6 Monaten, dies unter unterschiedlichen Antibiotika, um eine Resistenz auszuschließen.

Bei frühzeitiger Diagnose und ausreichend langer Therapiedauer ist die Prognose gut und die Erkrankung heilt ohne Folgeschäden aus.
Bei zu spät gestellter Diagnose oder geschwächtem Immunsystem können Lungen und andere Organe schwer geschädigt werden und die Tuberkulose kann tödlich verlaufen.