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Einträge mit dem Schlagwort Roflumilast

52. Kongress der DGP in Dresden

52. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin, Dresden, 7.-10. April 2011

Kurts Video-Impressionen über den diesjährigen Pneumologenkongress im Forum brachten mich auf die Idee, hier mal kurz über einige Aspekte zu berichten.

Ich hatte die Möglichkeit für die pulmonale Hypertonie ev. teilzunehmen und habe die 4 Tage sehr genossen.

Natürlich habe ich vor allem Symposien über den Lungenhochdruck besucht, habe mich aber natürlich auch in anderen Bereichen umgesehen.

Und vielleicht könnten einige Dinge auch zur Diskussion im Forum beitragen?

Steigende Frauenquote

Das Risiko, eine COPD zu entwickeln, zeigt geschlechtsspezifische Unterschiede. Während unter rauchenden Männern etwa 30% eine COPD entwickeln, sind es unter rauchenden Frauen bis zu 50% Hinzu kommt, dass sich der Frauenanteil bei den Rauchern in den letzten Jahrzehnten gesteigert hat. Während bei den COPD-Patienten im 8.Lebensjahrzehnt derzeit das Verhältnis von Männern zu Frauen noch bei 10:1 liegt, beträgt es bei Patienten im 5. Lebensjahrzehnt derzeit 1:1. Und es wird geschätzt, dass es in 10 Jahren bei 1.2 liegen wird.

Quelle: T. Welte : COPD Früherkennung. Pressekonferenz der DGP mit DZK, 52. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP), Dresden, 7.-10. April 2011
Positive metabolische Aspekte von Roflumilast

Über die Effekte von Roflumilast auf die pulmonale Entzündungsreaktion ist ja auch hier schon berichtet worden. Doch es gibt Hinweise, dass auch die systemische Entzündungsreaktion günstig beeinflusst wird.  D.h. es scheint auch günstig auf COPD typische Begleiterkrankungen wie beispielsweise einen  Typ-II-Diabetes zu wirken.  Auch die unter dem Medikament beobachtete Gewichtsabnahme könnte sich letztlich günstig auf das kardiovaskuläre Risikoprofil auswirken (bei übergewichtigen COPDlern).

Quelle: Posterdiskussion
POET-COPD-Studie

Inhalative lang wirksame Bronchodilatatoren werden in den COPD-Leitlinien als Medikamente der ersten Wahl empfohlen. Bisher enthalten die Leitlinien aber keine Aussage darüber, ob bevorzugt Anticholinergika oder Betamimetika (LABA) eingesetzt werden sollen. Erstmals wurde jetzt in einer direkten Vergleichsstudie gezeigt, dass das Anticholinergikum Tiotropium besseren Schutz vor Exazerbationen bietet als der LABA Salmeterol.

Quelle: Kongress der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie, Pressekonferenz „POET-COPD-Studie: aktuelle Daten zur Prävention von Exazerbationen“ (Veranstalter: Boehringer Ingelheim und Pfizer), Dresden, 8. April 2011
Christa

Videobeitrag COPD-Therapie mit Roflumilast

Statement zur COPD Therapie mit Roflumilast (Daxas 500) von Univ.-Prof. Dr. Otto Ch. Burghuber, anlässlich des Jahreskongress der European Respiratory Society (ERS) 2009 in Wien.

[youtube]gO4tu2eOX-8[/youtube]

Link zum Beitrag: Gesellschaft der Ärzte in Wien

DAXAS 500, meine persönlichen Erfahrungen

Neues Medikament für Patienten mit COPD

Am 19. August hatte ich den quartalsmäßigen Termin bei meinem Lungenfacharzt.
Nach den üblichen Untersuchungen sagte er wörtlich zu mir: Ich hätte ein neues Mittel für Sie. Sie gehören zu dem Personenkreis, die für dieses neue Medikament in Frage kämen. Ihnen würden ein paar Pfund weniger nicht schaden. Naja, das hat mich schon ein Wenig getroffen – aber er hat Recht.
Ich bin 170 cm groß und wiege 63 kg.
Nachdem ich mit dem Rauchen aufgehört habe, vor nunmehr fast 3 Jahren, und 2-3 Cortisontherapien, die meinen Appetit merklich angeschoben haben, habe ich in dieser Zeit stattliche 12 kg zugenommen.

Mein Krankheitsstatus – COPD und Emphysem,
schwankend zwischen Gold III und GoldIV.
Mein FEV1 pendelt je nach Verfassung zwischen 27 und 31 %.
Ich bin noch nicht sauerstoffpflichtig, meine Blutgaswerte sind grenzwertig.

Zu Daxas:
Ich fing am selben Tag mit der Einnahme von Daxas 500 an. Schon in der Nacht und am nächsten Tag hatte ich Kopfschmerzen, nicht stark, aber ständig.
Mir war übel vom Bauch her, schon direkt beim Aufwachen am Morgen.
Auch der angekündigte mögliche Durchfall stellte sich unverzüglich ein.
Ich war auch ein paar Tage mental schlecht drauf, Depression zu sagen, halte ich übertrieben, ich war einfach schräg drauf.

Am 23.08.2010 kontaktierte ich meinen Lungenfacharzt und teilte ihm die bei mir aufgetretenen Nebenwirkungen mit; ich wollte aufhören.
Er legte mir nachhaltig Nahe, mindestens 14 Tage durchzuhalten, dann seien die Nebenwirkungen in der Regel verschwunden.
Ich hielt weiter durch.

Schon am 25.08.2010 waren tatsächlich fast alle Nebenwirkungen weg. Geblieben ist die weitere Gewichtsabnahme (bisher 3 kg), bedingt durch mehrmaligen Stuhlgang am Tag, kein Durchfall mehr, aber auch nicht „beinhart“. Ist mir aber auch derzeit noch recht. Sollte meine Wunschvorstellung an Gewicht nonstop unterschritten werden, muss neu überlegt werden.
Ich nehme weiterhin am Morgen Spiriva/Resp., 2 Hub Symbicort 320/9, nochmals 2 Hub am Abend und nutze als Notfallspray Berodual, den Respimat.

PS: wofür ich das mache:
Daxas enthält den anti-entzündlichen Wirkstoff Roflumilast, der zur Gruppe der sogenannten Phosphodiesterase-4-Hemmstoffe gehört. Roflumilast reduziert die Aktivität der Phosphodiesterase-4…..,
Eine Reduktion der Aktivität dieses Proteins führt zu einer verminderten Entzündung der Lungen. Auf diese Weise wird die Verengung der Atemwege, die bei der chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) auftritt, verringert. Somit erleichtert Daxas bestehende Atemprobleme (AUSZUG AUS DEM BEIPACK)

Weitere Infos: pharmxplorer.at

Bildnachweis:  bert8k @ stock.xchng