Selbsthilfe von Mensch zu Mensch

Einträge mit dem Schlagwort Viren

Sommergrippe

Auch in der warmen Jahreszeit besteht immer die Gefahr, sich einen grippalen Infekt einzuhandeln. Auch jetzt sind Erkältungsviren unterwegs.

Und bei einem überhitzen Körper trocknen die Schleimhäute aus, dazu kommt dann Zugluft von der Klimaanlage oder durch ein offenes  Autofenster. Damit können die Schleimhäute ihre Schutzfunktion nicht gewährleisten und die Viren haben ein leichtes Spiel.

Was hilft jetzt diese Sommergrippe zu vermeiden?

  • Durst nicht mit eiskalten Getränken löschen, welche unmittelbar aus dem Kühlschrank kommen.
  • Ausreichend  trinken.
  • Zugluft und sehr kühl eingestellte Klimaanlagen meiden.
  • Zu viel Sonne meiden. Das schwächt Abwehrkräfte.
  • Keine nasse oder durchgeschwitzte Kleidung zu lange tragen.
  • Bewegung an der frischen Luft. Das gibt dem Körper Möglichkeit, den Vitamin D Speicher aufzufüllen.
  • Regelmäßig Sport treiben, um fit zu bleiben. Das stärkt das Immunsystem.
  • Auf eine gesunde Ernährung achten.
Christa

Die Sache mit der Hygiene

Jeremy Doorten, stock.xchng

Jeremy Doorten, stock.xchng

Ein  Paradies für Bakterien

– unsere Hände

Bakterien sind nicht nur im Darm vorhanden. Unsere Hände sind ein regelrechtes Biotop für vielfältige Arten von Bakterien. Nach einer Mitteilung des Berufsverbandes Deutscher Internisten (BDI)  ist es aufgrund neuer Analysemethoden nun möglich, die Bakterienflora und ihre Zusammensetzung auf der menschlichen Haut weitgehend zu erfassen.

Bis zu 10 Millionen Bakterien leben im Schnitt auf einem Quadratzentimeter menschlicher Haut. Amerikanische Forscher haben über 4.700 Bakterienarten identifiziert, die die Handinnenflächen besiedeln. Jeder Mensch bis zu 150 verschiedene Arten auf seinen Händen. Erhebliche Unterschiede zeigen sich jedoch in der Zusammensetzung dieser Bakteriengemeinschaften  von Mensch zu Mensch, ja sogar von Hand zu Hand: 83% der Bakterien auf der Hand dieses Menschen kommen nicht auf seiner anderen Hand vor. Bei Linkshändern ist eine deutlich größere Vielfalt an Bakterien auf ihrer linken als auf ihrer rechten Hand auf vorhanden, bei Rechtshändern ist es genau umgekehrt.

Diese Unterschiede fanden die Wissenschaftler auch heraus: Frauenhände weisen nicht nur eine unterschiedliche Bakterienflora auf, sondern sie beherbergen offenbar generell mehr Bakterienarten als die von Männern. Der Grund hierfür ist  noch unklar. Eventuell ist der niedrigere pH-Wert der männlichen Haut ein Grund, da Bakterien in saurer Umgebung nicht so gut wachsen können. Es können jedoch auch unterschiedliche Hormonproduktion, Schweißbildung, Waschgewohnheiten und Kosmetikgebrauch die Ursachen sein.

Viele Bakterien müssen nicht zwangsläufig negativ sein – im Gegenteil. Eine große Artenvielfalt verhindert, dass sich krankmachende Bakterien vermehren, wurde vom BDI mitgeteilt.

Was für den Gesunden keine Gefahr darstellt, kann für bestimmte Menschengruppen eine Gefahr für Leib und Leben bedeuten.

Über die Hände können Krankheitserreger übertragen werden. Grippe- und Erkältungsviren oder schädliche Darmbakterien werden leicht über direkten Handkontakt, über Geländer, Türgriffe, den Einkaufwagen im Supermarkt verbreitet, wenn nach dem Kontakt die Hände ohne Desinfektion zum Mund oder zur Nase geführt werden, was oft genug auch ganz unbewusst passiert.

Deshalb: Hände waschen nicht vergessen und die Handdesinfektion aus der Handtasche!

Hygiene in der Klinik

Bis zu 20 000 Todesfälle in deutschen Krankenhäusern könnten jährlich nach Expertenangaben allein durch bessere Hygiene verhindert werden. Auch bis zu 500 000 überflüssige Infektionen ließen sich vermeiden. Dies teilte aktuell die Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH) in Berlin mit.

Konsequente Gegenmaßnahmen gegen die seit Jahren unverändert hohe Infektionsrate seien überfällig: So fordert die DGKH für jedes Krankenhaus mit mehr als 400 Betten einen eigenen Facharzt für Hygiene.

Infektionen durch gegen Antibiotika resistente Bakterien führen in schweren Fällen zu Amputationen oder gar zum Tod. Würden die Hygienestandards alle eingehalten – dazu zählt bei Ärzten und Pflegepersonal zum Beispiel die regelmäßige Desinfektion der Hände – blieben den Patienten nicht nur längere Klinikaufenthalte erspart.
Krankenkassen und auch Krankenhäuser selbst profitierten finanziell von einer niedrigeren Infektionsrate.

Siehe auch: http://www.derwesten.de

Bildnachweis: Jeremy Doorten, stock.xchng

Pneumonie (Lungenentzündung)

Definition

Eine Pneumonie ist die Entzündung des Lungengewebes durch Bakterien, Viren, Pilze, Parasiten, Gifte oder andere Faktoren.
Sie kann bei vorher gesunden Menschen auftreten (primäre Pn.) und als Folge eines Grundleidens, oft bei geschwächtem Immunsystem (sekundäre Pn.).
Typische Beschwerden sind Fieber, Atemnot und Schmerzen beim Luftholen.

Einteilung

Es ist schwierig, die verschiedenen Ursachen und Erscheinungsformen der Lungenentzündung begrifflich voneinander zu trennen.

Die heute gebräuchlichste Einteilung ist die
nach dem Ort der Entzündung:

Wird die Lungenentzündung im alltäglichen Umfeld erworben, spricht man von der AEP
= Ambulant Erworbene Pneumonie.
Ca. 80 % aller Pneumonien entstehen auf diesem Wege.

Im Krankenhaus, insbesondere auf Intensivstationen entstandene Lungenentzündungen werden als „nosokomiale Pneumonie“ bezeichnet. Die Erreger unterscheiden sich von den ambulant erworbenen Erregern, sie sind häufig resistent gegen die eingesetzten Antibiotika.

Die genaue Bestimmung des Erregers durch mikrobiologische Untersuchung des Blutes und des Sputums dauert 2-3 Tage, daher muss zunächst eine derart grobe Einteilung vorgenommen werden, um die Lungenentzündungen vom ersten Tag an wirksam behandeln zu können.

Die nosokomiale Pneumonie muss mit anderen Medikamenten behandelt werden als die AEP.

Eine genauere Unterscheidung kann vorgenommen werden, wenn das Ergebnis der Untersuchungen vorliegt, in erster Linie

Erreger:

Infektionen durch Bakterien, z.B.:

  • Streptokokken, häufigster Erreger bei Erwachsenen
  • Staphylokokkus aureus bei Säuglingen
  • Keime E.coli und Klebsiellen bei Menschen über 65
  • Mycoplasmen
  • Pseudomonas aeruginosa (oft in Krankenhäusern)
Viren:
  • Influenzaviren
  • RS-Viren
  • Adenoviren

Es ist häufig so, dass zu den Viren-Pneumonien noch Bakterien hinzukommen. Dann wird von einer „bakteriellen Superinfektion“ gesprochen.

Pilze:
  • Candidasporen
  • Aspergillussporen

Pilz-Pneumonien kommen nur bei geschwächtem Immunsystem vor, z.B. bei AIDs-Patienten oder nach Einnahme von Medikamenten, die das Immunsystem unterdrücken.

Parasiten:

Derartige Infektionen (z.B. durch Pneumocystis carinii) sind selten, sie betreffen in der Regel nur AIDS-Patienten.

Eine weitere Möglichkeit ist die Unterscheidung
nach dem klinischen Erscheinungsbild

Als klinisches Erscheinungsbild wird in der Medizin das Beschwerdebild, der Verlauf und das krankhafte Geschehen einer Erkrankung bezeichnet.

Hier unterscheidet man:

Typische Pneumonien:

Die typische Pneumonie betrifft ca. 80 % aller Krankheitsfälle. Die Entzündung betrifft die
Alveolen (Lungenbläschen). Sie wird hauptsächlich durch Pneumokokken, Staphylokokken, Haemophilus influenzae, Klebsiellen oder Pseudomonas aeruginosa verursacht.

und Atypische Pneumonien:

Diese Entzündungen werden durch Viren, aber auch kleine Bakterien wie Mycoplasmen, Chlamydien oder Legionellen hervorgerufen. Etwa 20 % der Patienten sind davon betroffen.
Die Entzündung findet im Stützgewebe der Lungen statt, dem Gewebe zwischen den Lungenbläschen und den Blutgefäßen = Interstitium.

Hierzu gehört auch die Unterscheidung nach den betroffenen Bereichen der Lunge:

Lobärpneumonie:

Davon spricht man, wenn ein ganzer Lungenlappen befallen ist. Die Erreger sind meistens Pneumokokken.

Bronchopneumonie:

Hier hat die Entzündung von verschiedenen Entzündungsherden in den Bronchien auf das Lungengewebe über gegriffen.

Interstitielle Pneumonie:

Hierbei ist das Interstitium von der Entzündung betroffen, was sich vor allem im röntgenologischen Befund zeigt.
Die Erreger gelangen aus den Lungenbläschen in das Stützgewebe.

Außerdem kann eine Lungenentzündung auch durch chemische und physikalische Reize ausgelöst werden, z.B. Einatmen giftiger Gase und Stoffe, verschluckter Gegenstände, erbrochenem Mageninhalt usw.

Mischformen machen die Unterscheidung noch komplizierter.

Symptome

Die sog. „typische“ Pneumonie ist gekennzeichnet durch:

  • plötzlichen Schüttelfrost
  • plötzliches hohes Fieber (über 38,5 ° C)
  • Husten und Atemnot
    Der Husten  ist anfangs trocken, später produktiv, wobei der Schleim verfärbt ist (grün, gelb, braun, rostfarben).
  • Tachypnoe (aufgrund der Luftnot wird sehr schnell und angestrengt geatmet)
  • Zyanose (durch den Sauerstoffmangel können sich Lippen und Fingernägel blau verfärben)
  • Schmerzen beim Einatmen oder Husten
  • Rasselgeräusche beim Abhorchen

Die  „atypische“ Pneumonie unterscheidet sich davon durch:

  • angsameres Auftreten und dann Steigerung bei Fieber und Schüttelfrost
  • trockenen Husten, es wird kaum Schleim abgehustet
  • kaum oder keine Rasselgeräusche beim Abhorchen
Diagnose
  • Auswertung des Krankheitsverlaufs und der Symptome
  • Klinische Untersuchungen
    Insbesondere Abhorchen der Lunge, Bakteriologische Untersuchung des Auswurfes, Auswertung der Blutwerte z.B. Leukozytenzahl
  • Röntgen und CT (besonders bei der atypischen Pneumonie)

Therapie

Meistens ist eine Behandlung zu Hause möglich, nur bei Patienten mit einer Vorerkrankung und/oder bereits geschwächten Menschen (Alte Menschen, chronisch Kranke) ist  oft eine Krankenhausaufnahme notwendig.

Die Patienten sollten Bettruhe einhalten und viel Flüssigkeit zu sich nehmen.
Medikamentös werden sie mit Antibiotika behandelt, auch wenn Viren die Auslöser sind.
Bei einer Ansteckung im Krankenhaus ist mit einer Resistenz der Erreger gegen Antibiotika zu rechnen, oft ist ein Aufenthalt auf der Intensivstation erforderlich.

Bei starker Luftnot und Sauerstoffmangel kann  eine Versorgung mit Sauerstoff nötig werden.

Treten Symptome einer Lungenentzündung nach einer Auslandsreise auf, ist manchmal eine abweichende Behandlung nötig, da z.B. SARS, Vogelgrippe als Erreger in Betracht kommen.

Mögliche Komplikationen
  • Rippenfell- und Lungenfellentzündung
  • Arthritis der Gelenke
  • Knochenentzündungen
  • Herzentzündungen
  • Lungenabszess

Ein Lungenabszess entsteht durch das Absterben und anschließende Zerfallen des entzündeten Lungengewebes, wodurch ein mit Eiter gefüllter Hohlraum in der Lunge entsteht.
Diese Komplikation wird daher auch teilweise als Sonderform der Lungenentzündung mit Beteiligung des Lungen- und Rippenfells angesehen.
Festgestellt wird der Abszess durch Abhorchen, Röntgen, CT, aber auch durch Ultraschall.

Die Behandlung findet generell im Krankenhaus statt, es werden Antibiotika als Infusion, später aber auch in Tablettenform verabreicht.
Der Inhalt des Abzesses wird bronchoskopisch abgesaugt, manchmals kann aber auch eine Punktion, evtl. sogar Operation des Abszesses nötig werden.
Zusätzlich werden Inhalationen und eine ausreichende Schmerzbehandlung durchgeführt.

Bei geschwächten Menschen (Alte, Kinder, chronisch Kranke) und Eintritt von Komplikationen kann eine Lungenentzündung tödlich verlaufen. In den Industrieländern ist eine Lungenentzündung die dritthäufigste Todesursache.

Vorbeugung
  • Schutzimpfung gegen Grippe
    wegen der hohen Ansteckungsgefahr für Risikogruppen empfohlen
  • Schutzimpfung gegen Pneumokokken
    bei Kindern bis 24 Monate als Grundimpfung empfohlen, ebenso bei über 65-Jährigen und Chronisch Kranken