Selbsthilfe von Mensch zu Mensch

Cineol bei COPD und Asthma

bluegum@stock.xchngCineol ist die Reinsubstanz von Eukalyptus. Der in der Natur vorkommende Eukalyptus enthält 80% des nötigen Wirkstoffes, der in Soledum forte auf 100% angereichert wird. Man nimmt davon täglich 2-4 Kapseln, jeweils eine Kapsel ca. eine halbe Stunde vor den Mahlzeiten.

Es konnte gezeigt werden, dass Cineol die Entzündungsprozesse sowohl bei Asthma als auch bei der COPD verringert. Zusätzlich konnte die Schlagfrequenz der Flimmerhärchen in den Atemwegen erhöht werden. Die Untersuchungen zeigten weiter, die Einnahme von Cineol zusätzlich zur sonstigen Medikation bringt eine deutliche Verminderung der akuten Verschlechterung (Exazerbation) bei Patienten mit mittelgradiger und schwerer COPD. Die Verminderungsrate liegt bei etwa 38%. Bei Patienten mit Asthma verbessert Cineol die Asthmakontrolle, erkennbar an einem leichten Anstieg der Lungenfunktion, einer deutlichen Verbesserung der Lebensqualität und weniger nächtlicher Störungen. Cineol ist also durchaus eine gute Möglichkeit, die Therapie von COPD und Asthma zu unterstützen.

Quelle: Patientenveranstaltung Fürth/Bayern 2011

Bildnachweis: bluegum@stock.xchng

Zuzahlungen, Mehrkosten, Reimporte

calaasafei@stock.xchngArzneimittel 2011: Was sind Ihre Rechte…

Durch die Änderungen in der Arzneimittelverordnung sind viele Patienten verunsichert und wissen nicht, was Sie beim Gang in die Apotheke kostenmäßig erwarten könnte. Wir erläutern Ihnen hier die wichtigsten Regelungen.

Zuzahlung: Wie viel ist erlaubt?

Zuzahlungen zu Medikamenten sind heutzutage die Regel. Befreit davon sind Kinder bis 18 Jahre oder Personen, die durch einen Nachweisbescheid der Krankenkasse ihre Zuzahlungsfreiheit in der Apotheke belegen können. Für Hilfsmittel, z.B. Inhalationsgeräte und Blutzuckerteststreifen, gelten andere Bestimmungen. Hier geben die Krankenkassen Auskunft. In allen anderen Fällen gilt: 10 Prozent des Arzneimittelpreises – mindestens 5 €, jedoch höchstens 10 € – sind vom Patienten pro Medikament dazu zu bezahlen. Pro Jahr dürfen diese Zuzahlungen aber nicht höher als zwei Prozent des Bruttoeinkommens sein (bei chronischen Erkrankungen ein Prozent). Es lohnt sich daher, Quittungen aufzuheben und am Jahresende bei der Krankenkasse zur Erstattung einzureichen.

Bekomme ich weiterhin mein „altes“ Medikament?

Obwohl der Gesetzgeber seit einigen Jahren von den Apotheken die Ausgabe eines bestimmten Medikaments (dessen Hersteller Vertragspartner der Krankenkasse des Patienten ist) verlangt, besteht seit Anfang dieses Jahres die Möglichkeit, dass der Patient in der Apotheke trotzdem sein Wunschmedikament (z.B. von dem gewohnten Hersteller) erhält, und zwar „gegen Kostenerstattung“. Der Patient zahlt hier zunächst den tatsächlichen vollen Preis des Wunschmedikaments selbst. Anschließend reicht er die von der Apotheke bedruckte Kopie des Rezepts sowie die Quittung über die tatsächlich geleisteten Ausgaben bei der Krankenkasse ein. Diese erstattet ihm im Nachhinein einen Teil der Kosten. Allerdings können die Abzüge für Verwaltungsgebühren erheblich sein. Daher sollte man sich im Vorfeld bei der Krankenkasse erkundigen.

Reimporte:
Ist die Qualität genauso gut?

Viele Menschen sind verunsichert, wenn sie Medikamentenpackungen gen mit fremdsprachigen Angaben erhalten, die nur durch einen deutschsprachigen Aufkleber überklebt wurden. Hintergrund ist eine einfache Kostenrechnung der Krankenkassen: Arzneimittel werden oft in Deutschland hergestellt, dann aber in andere EU-Länder exportiert und von dort wieder zurück nach Deutschland importiert. Da im Ausland meist andere Arzneimittelpreise gelten, sind diese für die Krankenkassen kostengünstiger. Manchmal kann bei Reimporten die Folienverpackung der Tabletten zerschnitten sein, da die Verpackungsgrößen im Ausland anders sind. Die Arzneimittel selbst bleiben in ihrer Qualität davon unberührt.

Quelle: Gesundheitsmagazin (Laurentius Apotheke, Nürnberg)
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Lernen Sie, Ihren Atem gezielt fließen zu lassen

Atemübungen helfen Ihnen, Ihre Energie bewusst zirkulieren zu lassen und unerwünschte Blockaden im Körper aufzulösen. Damit können Sie direkt auf Ihre Stimmung einwirken und ihre Lebensfreude wecken.

Sie werden empfohlen bei allen Atemfunktionsstörungen, Erschöpfungszuständen, Angst- und Panikzuständen, Depressionen, extremen Stimmungsschwankungen, starken Verspannungen und Verkrampfungen. Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihnen und Ihrer Gesundheit das noch nicht ausreicht, sollten Sie eine professionelle Atemtherapie in Betracht ziehen.

 

Lassen Sie Ihren Atem in den Bauchraum fließen

  • Stellen Sie sich gerade hin, strecken Sie die Arme nach oben. Dabei atmen Sie tief in den Bauch ein. Beim Ausatmen lassen Sie die Arme locker zur Seite fallen und entlassen den Atem mit einem herzhaften “ho” aus Ihrem Körper. Wenn Ihnen das mehr liegt, dürfen Sie auch stöhnen, seufzen oder andere Töne von sich geben.
  • Setzen Sie sich entspannt auf einen Hocker und lenken Ihre Aufmerksamkeit auf Ihre Hände, die locker auf Ihren Oberschenkeln liegen. Die Ausgangshaltung Ihrer Hände ist eine lockere Faust, Ihre Hände öffnen und schließen sich im Rhythmus Ihres ruhigen Atems. Beim Einatmen öffnen Sie die Hand, dehnen die Finger und strecken den Handteller, beim Ausatmen wird die Hand wieder weich und schließt sich ganz entspannt.
  • Sie sitzen weiterhin auf dem Hocker, tragen nun aber in Gedanken einen kleinen Ball vor dem Bauch. Diesen heben Sie nun mit angewinkelten Armen auf Ihren geöffneten Handflächen nach oben, dabei atmen Sie tief ein. Senken Sie beim Ausatmen den Ball wieder. Dabei kehren Sie die Handflächen nach unten, als wollten Sie den Ball aufprellen lassen. Heben und senken Sie den Ball weiter im Atemrhythmus.
von Sylvia Schneider

Depression und Angst bei COPD

Viele Betroffene leider nicht nur unter der Krankheit selbst, sondern haben auch mit depressiven Zuständen und Angst zu kämpfen. Dies verschlechtert nicht nur die Lebenserwartung sondern mindert außerdem die Lebensqualität nochmals. Eine psychotherapeutische Behandlung sollte deshalb ein fester Bestandteil der COPD Therapie sein!
Studien haben auch bewiesen, dass im Hinblick auf das Wohlbefinden der Patienten die psychologischen Variablen Angst und Depressivität einen viel größere Rolle spielen als der jeweilige Schweregrad der COPD.

Und wie kommt es zu einer Depression bei COPD?
Die Erkrankung ist mit erheblichen schleichenden Einschnitten ins Alltagsleben verbunden. Oft ist damit eine schrittweise Einstellung sportlicher und körperlicher Aktivitäten verbunden. Weiter reduziert sich die körperliche Leistungsfähigkeit oft soweit, dass die Patienten Atemnot bekommen, wenn sie eine Treppe hochgehen. Im Alltag führt das dazu, dass Beruf, Freizeitaktivitäten und Haushaltspflichten zunehmend erschwert sind oder sogar unmöglich werden. Unter Umständen wird der Patient krankheitsbedingt Frührentner und muss evtl. auch noch dadurch bedingte finanzielle Einbußen hinnehmen.

Medizinische und psychotherapeutische Behandlung hilft
Wer mit psychischen Problemen belastet ist, befindet sich schnell in einer andauernden Abwärtsspirale, am Ende mit dem Verlust jeglichen Lebensmutes. Die selbständige Befreiung aus dieser Situation gelingt den Wenigsten. Depression ist kein vorübergehender Zustand, der sich mit ein bisschen Anstrengung überwinden lässt. Sie ist eine ernstzunehmende Krankheit, die daher auch als solche behandelt werden muss.
Gerade wenn es um darum geht, das Fortschreiten der COPD zu bekämpfen, ist die Überwindung der Depression von großer Bedeutung. Dies kann auf der einen Seite durch eine Psychotherapie erfolgen, aber auch durch den Einsatz von Medikamenten ergänzt werden. Hilfreich sind so genannte stimmungsaufhellende Antidepressiva, die viele Patienten erst für andere Therapieformen zugänglich machen.

Chancen für die Erhöhung der eigenen Lebensqualität
Die Erkennung der Zusammenhänge von Lebensqualität und psychischen Faktoren wie Angst und Depressivität, ermöglichen dann mit geeigneten Mitteln eine Besserung der allgemeinen Befindlichkeit der Patienten. Ziel muß die Rückgewinnung von Lebensmut durch die Erarbeitung neuer Perspektiven sein – auch und gerade mit der COPD!

COPD und Diabetes mellitus

foobean01@stock.xchngDie COPD ist nach heutigem Wissen nicht nur ein Entzündungsprozess in den Atemwegen, sondern kann den gesamten Organismus angreifen. Dazu gehören die Gewichtsabnahme, die Muskelatrophie, die Osteoporose, die koronare Herzkrankheit und eben auch das metabolische Syndrom bzw. der Typ-2-Diabetes. Wenn die Entzündungsparameter erhöht sind, findet man offensichtlich sehr viele Diabetes-2-Patienten, Entzündungsparameter sind übrigens schon bei Patienten mit geringer körperlicher Aktivität erhöht.

Auf dem Kongress „Diabetologie grenzenlos“ , 11.2.2011 in München wurde jetzt diskutiert, inwieweit auch die üblichen COPD-Medikamente einen Einfluss auf die Entstehung eines Diabetes haben könnten.

Einig waren sich die Beteiligten, dass eine systemische Gabe von Kortison länger als 2 Wochen einen negativen Einfluss hat. Eine längere Einnahmedauer wäre nicht vertretbar.

Bei den inhalativen Kortikoiden wurde gesagt, dass die Dosis ausschlaggebend sei,  in üblicher Dosierung haben sie wahrscheinlich keinen Einfluss.

Bei den bronchienerweiternden Mitteln gibt es relevante Unterschiede.

Während die Anticholinergika keinen Einfluss haben, können Betamimetika, sowohl die kurzwirksamen wie auch die langwirksamen den Blutzuckerspiegel stark erhöhen.

Bei Roflumilast scheint es nach ersten Verlaufsbeobachtungen sogar zu einer Verbesserung der Stoffwechselsituation zu kommen.

Quelle: nach einem Kongressbericht in der Zeitschrift MMW- Fortschritte der Medizin 2011;153(11)

Christa
 
Bildnachweis: foobean01@stock.xchng

COPD bei Nichtrauchern

Zigarettenrauchen ist der Hauptrisikofaktor für chronisch obstruktive Lungenerkrankung (engl.: chronic obstructive pulmonary disease , COPD), ein Viertel bis zu einem Drittel der von COPD Betroffenen hat jedoch noch nie geraucht. Bei diesen Personen sind die Ursachen von COPD nach wie vor unklar.

Im Rahmen der internationalen BOLD-Studie (Burden of Obstructive lung Disease) wurde jetzt versucht, Risikofaktoren bei lebenslangen Nichtrauchern zu identifizieren.

Untersucht in dieser Studie wurden 10 000 Patienten. Der Anteil an Personen mit COPD in Stadium II, die noch nie geraucht hatten, betrug 20,5 Prozent

Die Studie ergab, dass bei lebenslangen Nichtrauchern das Alter, der Bildungsstand, die berufliche Exposition, Atemwegserkrankungen in der Kindheit sowie BMI-Veränderungen Prädiktoren für COPD waren.

Die Forscher ziehen den Schluss, dass „lebenslange Nichtraucher einen erheblichen Anteil der COPD-Betroffenen ausmachen. Sie sagen: Unsere Daten legen nahe, dass bei lebenslangen Nichtrauchern neben erhöhtem Alter eine vorherige Asthmaerkrankung und bei Frauen ein niedrigerer Bildungsstand mit einem erhöhten Risiko für COPD assoziiert sind.

Lamprecht B, McBurnie MA, Vollmer WM, et al. COPD in never smokers: results from the population-based Burden of Obstructive Lung Disease study. Chest. 2011;139:752-63.

Quelle: Pub med
Christa

Gesunder Schlaf ist wichtig für Körper und Psyche

Was hilft bei Schlafstörungen?

Mindestens sechs Stunden Schlaf benötigen wir als Erwachsene täglich – manche Menschen fühlen sich auch erst mit 10 Stunden so richtig fit. Doch in Deutschland klagen 25 Prozent der Bevölkerung über Einschlaf- oder Durchschlafstörungen. Schuld daran können neben äußeren Einflüssen auch berufliche oder private Sorgen sein.

Im Schlaf sind wir hochaktiv
Obwohl wir glauben, dass der Schlaf als Ruhephase eher eine passive Angelegenheit ist, sind wir in Wahrheit im Schlaf hochaktiv: Wichtige Stoffwechselprozesse finden statt und unser Gehirn hilft uns, die Ereignisse des Tages zu verarbeiten. Wir durchleben pro Nacht fünf bis sieben Schlafzyklen von ca. 90 Minuten Dauer. Die Schlafphasen werden von sog. REM (rapid eye movement)-Phasen abgelöst: Sichtbar an den schnellen Augenbewegungen. Jetzt ist das Gehirn aktiv und Blutdruck, Atmung und Herzfrequenz sind erhöht: Der Mensch träumt besonders lebhaft. Im Laufe der Nacht nehmen die REM-Phasen zu.

Schlafmangel kann krank machen
Untersuchungen haben gezeigt, dass Schlafmangel Depressionen auslösen kann. Auch beeinträchtigt er das Gedächtnis. So lag in Tests bei Menschen mit gestörtem Schlaf die Leistungsfähigkeit des Arbeitsgedächtnisses um 38 Prozent niedriger als bei Menschen mit normalem Schlaf. Das Immunsystem wird ebenfalls geschwächt. Da die Hormonausschüttung vorwiegend während des Schlafs erfolgt, besteht bei Schlafmangel eine erhöhte Gefährdung, an Diabetes zu erkranken. Und bei Jugendlichen wurde festgestellt, dass bereits eine Stunde weniger Schlaf (weniger als acht Stunden) sie zu mehr fetthaltigen Nahrungsmitteln greifen lässt (21 Prozent).

Pflanzliche Einschlafmittel wirken beruhigend
Dunkelheit ist für den gesunden Schlaf wichtig, damit das Schlafhormon Melatonin ausgeschüttet wird. Wer dennoch ständig mit Schlafstörungen zu kämpfen hat, kann zur Beruhigung und Schlafförderung einmal milde pflanzliche Präparate probieren, die beim Einschlafen gut helfen können. Bekannt ist die Baldrianwurzel, aber auch Melisse, Hopfen und Passionsblumenkraut sind geeignete Heilpflanzen. Sie verstärken die Wirkung des erregungs-dämpfenden Neurotransmitters Gamma-Aminobuttersäure und verkürzen die Einschlafzeit. Sie verbessern auch die Tiefe des Schlafes. Im Gegensatz zu chemischen Schlafmitteln verändern sie das natürliche Schlafprofil in der Regel nicht und führen nicht zu Leistungseinbußen am nächsten Tag.

Bildnachweis: suave@stock.xchng

Pulmonale Hypertonie bei COPD

Über pulmonale Hypertonie (Lungenhochdruck) konnte man in den letzten Jahren recht viel lesen und das betraf vor allem die Zulassung einer ganzen Reihe neuer Medikamente. Allerdings sind diese fast ausschließlich für die PAH ( pulmonal arterielle Hypertonie) entwickelt worden. Und das ist eine recht kleine Gruppe von Patienten, für die es vorher aber auch überhaupt keine Behandlungsmöglichkeiten gab. Ich gehöre zu dieser Gruppe und profitiere  sehr dadurch.

Die pulmonale Hypertonie ist aber auch eine häufige Komplikation von chronischen Lungenerkrankungen. Wir kennen den Begriff Cor pulmonale. Dieser beschreibt Veränderungen von Struktur und/oder Funktion des rechten Herzens, die infolge eines Lungenhochdruckes aufgrund einer Lungenerkrankung auftreten. Und hier muss man wissen, ein Cor pulmonale impliziert nicht automatisch ein Rechtsherzversagen.

Eine pulmonale Hypertonie bei Lungenerkrankungen führt meist nur zu einer moderaten Druckerhöhung.

Die COPD ist ja eine sehr häufige Lungenerkrankung und damit auch der Hauptgrund für pulmonale Hypertonie und Cor pulmonale bei Lungenerkrankungen.

Es gilt nach wie vor die Feststellung: Ein COPD-Patient stirbt nicht am, sondern mit dem Cor pulmonale.

Aber:

Pulmonale Hypertonie und/ oder Cor pulmonale sind bei COPD- Patienten Risikofaktoren für eine schlechtere Prognose. Diese Patienten müssen z.B. häufiger wegen Exazerbationen stationär behandelt werden.

Die traditionelle Vorstellung der Hypoxämie als Hauptursache wird zunehmend durch ein Modell abgelöst, bei dem Umbauprozesse der Lungengefäße im Vordergrund stehen.

Aus dem Gesagten ergibt sich eigentlich, dass eine  Behandlung  ein wichtiges Ziel darstellt.

Aber die bisherigen Behandlungsstrategien, die bei der pulmonal arteriellen Hypertonie schon gute Erfolge zeigten, waren eher enttäuschend.

Da vorwiegend eine Gefäßerweiterung das Ziel war, kam es dadurch sogar oft zu einer Verschlechterung der Sauerstoffsituation, das betrifft sowohl die Kalziumkanalblocker, aber auch die Endothelinrezeptorantagonisten (Bosentan).

Der Phosphpodiesterase – 5 – Inhibitor, das Sildenafil führte zu keiner Veerschlechterung, aber auch zu keiner wesentlichen Verbesserung der Situation.

Mittlerweile gibt es neue Ansatzpunkte, die vielleicht auch bei COPD-Patienten zum Einsatz kommen könnten.

Man weiß, dass NO positive hämodynamische Auswirkungen bei COPD plus pulmonaler Hypertonie zeigt. Solche Substanzen sind auch in  Erprobung.

Als ebenfalls günstig könnten sich Statine zeigen, erste positive Ergebnisse wurden bereits veröffentlicht.

Sehr interessant finde ich auch den Ansatz, Stoffe einzusetzen, die die Wachstumsfaktoren hemmen, damit könnte erstmals die Proliferation, der Umbau der Gefäße rückgängig gemacht werden.

Ich hatte in der vorigen Woche die Gelegenheit das Gießener Forschungslabor kennen zu lernen und war beeindruckt, welche Anstrengungen in jeder Richtung unternommen werden.

Die Sauerstofflangzeittherapie kann zwar nicht den Pulmonalisdruck senken, aber die Progression aufhalten, so dass sie bei bei Vorliegen eines Cor pulmonale bereits im Grenzbereich pO2 zwischen 55 und 60 mmHg empfohlen wird.

Die pulmonale Rehabilitation verbessert bei COPD-Patienten die Belastbarkeit und die Lebensqualität. Diesen Satz wird sicher jeder unterstreichen.

Ein vielversprechender Ansatz ist aber auch das Training bei pulmonaler Hypertonie. Ich konnte an der Studie dafür teilnehmen. Eine Trainingstherapie könnte auch bei der Kombination von COPD und pulmonaler Hypertonie sehr effektiv sein, entsprechende Studiendaten fehlen aber völlig. Die Gefahr einer Dekompensation des rechten Herzens bei übermäßiger Belastung darf nicht unterschätzt werden, es kommt schon darauf an, das Training individuell abzustimmen.

Christa

Lungengeräusche – was hört der Arzt bei welcher Krankheit

Durch Beklopfen, der so genannten Perkussion, kann der Arzt die Atembewegungen der Lunge, ihre Verlagerung nach unten bei der Einatmung bzw. nach oben bei der Ausatmung sowie eine Behinderung dieser Bewegungen erkennen.

Die Lungen geben aufgrund ihres Luftgehalts einen vollen Klopfschall ab – was die angrenzenden Organen Herz, Leber und Milz nicht tun. Auch Verdichtungen des Lungengewebes aufgrund bestimmter Erkrankungen wie zum Beispiel Lungenentzündung, Tuberkulose sowie größere Hohlräume, z.B. beim Lungenemphysem können durch Abklopfen lokalisiert werden.

Derartige Veränderungen sowie krankhafte Atemgeräusche sind zu hören bei der Auskultation. Dabei wird das Ohr direkt oder mittels einem Stethoskop auf die Brustwand auflegt.

 

Was hört mein Arzt eigentlich, wenn er meine Lunge mit dem Stethoskop abhört?

Hier zum mithören, wie es klingt, wenn
– das Lungengeräusch normal ist,
– eine Lungenentzündung,
– eine chronische Bronchitis oder
– ein Asthma bronchiale vorliegt

hier geht es zum Lungengeräusch

Und bitte Lautsprecher einschalten!

Bildnachweis: Kurhan@stock.xchng

52. Kongress der DGP in Dresden

52. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin, Dresden, 7.-10. April 2011

Kurts Video-Impressionen über den diesjährigen Pneumologenkongress im Forum brachten mich auf die Idee, hier mal kurz über einige Aspekte zu berichten.

Ich hatte die Möglichkeit für die pulmonale Hypertonie ev. teilzunehmen und habe die 4 Tage sehr genossen.

Natürlich habe ich vor allem Symposien über den Lungenhochdruck besucht, habe mich aber natürlich auch in anderen Bereichen umgesehen.

Und vielleicht könnten einige Dinge auch zur Diskussion im Forum beitragen?

Steigende Frauenquote

Das Risiko, eine COPD zu entwickeln, zeigt geschlechtsspezifische Unterschiede. Während unter rauchenden Männern etwa 30% eine COPD entwickeln, sind es unter rauchenden Frauen bis zu 50% Hinzu kommt, dass sich der Frauenanteil bei den Rauchern in den letzten Jahrzehnten gesteigert hat. Während bei den COPD-Patienten im 8.Lebensjahrzehnt derzeit das Verhältnis von Männern zu Frauen noch bei 10:1 liegt, beträgt es bei Patienten im 5. Lebensjahrzehnt derzeit 1:1. Und es wird geschätzt, dass es in 10 Jahren bei 1.2 liegen wird.

Quelle: T. Welte : COPD Früherkennung. Pressekonferenz der DGP mit DZK, 52. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP), Dresden, 7.-10. April 2011
Positive metabolische Aspekte von Roflumilast

Über die Effekte von Roflumilast auf die pulmonale Entzündungsreaktion ist ja auch hier schon berichtet worden. Doch es gibt Hinweise, dass auch die systemische Entzündungsreaktion günstig beeinflusst wird.  D.h. es scheint auch günstig auf COPD typische Begleiterkrankungen wie beispielsweise einen  Typ-II-Diabetes zu wirken.  Auch die unter dem Medikament beobachtete Gewichtsabnahme könnte sich letztlich günstig auf das kardiovaskuläre Risikoprofil auswirken (bei übergewichtigen COPDlern).

Quelle: Posterdiskussion
POET-COPD-Studie

Inhalative lang wirksame Bronchodilatatoren werden in den COPD-Leitlinien als Medikamente der ersten Wahl empfohlen. Bisher enthalten die Leitlinien aber keine Aussage darüber, ob bevorzugt Anticholinergika oder Betamimetika (LABA) eingesetzt werden sollen. Erstmals wurde jetzt in einer direkten Vergleichsstudie gezeigt, dass das Anticholinergikum Tiotropium besseren Schutz vor Exazerbationen bietet als der LABA Salmeterol.

Quelle: Kongress der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie, Pressekonferenz „POET-COPD-Studie: aktuelle Daten zur Prävention von Exazerbationen“ (Veranstalter: Boehringer Ingelheim und Pfizer), Dresden, 8. April 2011
Christa