Selbsthilfe von Mensch zu Mensch

Akute Bronchitis

Die akute Bronchitis gehört zu den häufigsten Erkrankungen der Atemwege.  Die Schleimhaut der größeren Verzweigungen der Atemwege (Luftröhre und Bronchien) sind dabei entzündet. Meistens entsteht eine Bronchitis in Folge einer Erkältung.  Die akute Bronchitis wird hauptsächlich durch Viren hervorgerufen, weniger durch Bakterien und Pilze. Bei sonst gesunden Menschen verläuft die akute Bronchitis in den meisten Fällen harmlos, bei bestehenden Herz- oder Lungenkrankheiten kann es allerdings zu einem schwerwiegenderen Verlauf kommen.

Wenn sich auf der entzündeten Schleimhaut auch noch Bakterien ansiedeln, dann führt das zu einer bakteriellen Zweitinfektion. Man spricht dann auch von einer Superinfektion.

Begünstigt wird die akute Bronchitis auch durch Schadstoffe wie Reizgase, Staub und Tabakrauch. Kalte Witterung schwächt die Immunabwehr, wodurch die Erreger sich leichter in Bronchien und Lunge ausbreiten.

Weitere Informationen: Typische Symptome der akuten Bronchitis

COPD – Definition

COPD steht für chronic obstructive pulmonary disease(chronisch obstruktive Lungenerkrankung) und bezeichnet eine Gruppe von Lungenerkrankungen mit gleichartiger Symptomatik.

Von einer COPD spricht man, wenn eine oder mehrere der folgenden Lungenkrankheiten vorliegen:

Eine COPD ist gekennzeichnet durch verengte (obstruktive) Bronchien und/oder einem überblähten Lungengewebe (Emphysem).
Diese krankhaften Veränderungen sind verantwortlich für die vordergründigen Symptome einer COPD:

Husten,  Atemnot und Auswurf.

Chronische Bronchitis

Die chronische Bronchitis ist eine dauerhafte Entzündung der Atemwege. Man spricht von einer chronischen Bronchitis, wenn innerhalb von 2 Jahren in mindestens 3 aufeinander folgenden Monaten Husten und Auswurf auftreten.

Ursachen

Inhalatives Tabakrauchen, auch passiv. Etwa 90 % aller Patienten, die an chronischer Bronchitis erkranken, sind Raucher oder haben geraucht.

Luftverschmutzung wie z.B. Staubbelastungen (Feinstaub, Bäcker, Bergarbeiter) und ein feuchtes Klima begünstigen die Entstehung einer Bronchitis.

Seltener wird eine chronische Bronchitis durch einen Alpha-1-Antitrypsin-Mangel hervorgerufen.

Symptome

Dauerhafter, häufig auftretender Husten ist das Hauptsymptom einer chronischen Bronchitis.

Dazu kommen dann:

  • Auswurf, der immer zäher wird und schlecht abzuhusten ist. Vor allem am Morgen wird viel Schleim abgehustet.
  • Die Beschwerden verstärken sich bei feuchter, kalter Witterung
  • In fortgeschrittenem Stadium kommt es zur Kurzatmigkeit, zunächst nur bei Belastung später auch in Ruhe.
Verlauf

Aus der chronischen Bronchitis kann sich im Laufe der Zeit eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) entwickeln, die zu einem Lungenemphysem führen kann.

Diagnose

Wichtig für die Diagnostik ist eine ausführliche Befragung des Patienten, der auch wahrheitsgemäß antworten sollte. Die Angabe der Anzahl von gerauchten Zigaretten pro Tag gibt Aufschluss darüber, wie ausgeprägt die Folgen für den Körper sind.

Eine Lungenfunktionsprüfung zeigt auf, ob die chronische Bronchitis bereits eine dauerhafte Verengung der Bronchien hervorgerufen hat oder ob andere Lungenerkrankungen, wie z.B. Asthma, die Ursache der Beschwerden sind.

Unter Umständen werden auch ein Elektrokardiogramm und eine Blutgasanalyse durchgeführt, um den Sauerstoffpartialdruck (PO²) zu bestimmen.

Zusätzlich können auch noch körperliche Belastungstests (Spiroergometrie, 6-Minuten-Gehtest) Aufschluss über eine Einschränkung geben.

Therapie/Vorbeugung
  • Rauchstopp!
  • Bronchialerweiternde Medikamente bei Atemnot
  • Schleimlösende Mittel
  • Atemtherapie
  • Regelmäßige Bewegung und Sport
  • Meidung inhalativer Schadstoffe
  • Impfung gegen Grippe und Pneumokokken

Ist die Chronische Bronchitis in eine Chronisch Obstruktive Lungenerkrankung übergegangen, entspricht die Therapie dem Stufenplan der COPD.

Chronisch obstruktive Bronchitis

Die chronisch obstruktiven Bronchitis (COB) ist eine dauerhafte Erkrankung der Lunge und zählt zur Gruppe der sogenannten COPD (engl.: chronic obstructive pulmonary disease). Eine COPD ist keine eigenständige Krankheit, sondern bezeichnet mehrere Erkrankungen der Lunge, die eine ähnliche Symptomatik zeigen.

Als Obstruktion wird die Verengung der Bronchien bezeichnet. Die Bronchialmuskulatur ist verkrampft und drückt so die Bronchien zusammen. Durch die ständige Entzündung schwellen die Schleimhäute der Bronchien an und verengen so zusätzlich die Atemwege.

Im weiteren Verlauf der Erkrankung kann auch ein Lungenemphysem entstehen.
Die chronisch obstruktive Bronchitis äußert sich vor allem durch die sogenannten AHA-Symptome:

  • Auswurf
  • Husten
  • Atemnot

Als möglicher Auslöser der Erkrankung steht an erster Stelle inhalatives Tabakrauchen. Daneben spielen verschiedene Umweltfaktoren und berufliche Expositionen eine Rolle bei der Entstehung einer chronisch obstruktiven Bronchitis.

Die chronisch obstruktive Bronchitis ist nicht heilbar und erfordert eine lebenslange Therapie.

Tuberkulose

Die Tuberkulose, auch Schwindsucht genannt, ist weltweit verbreitet und gewinnt heutzutage auch in den Industriestaaten durch HIV und Immigration wieder an Bedeutung. Weltweit sterben jährlich etwa zwei Millionen Menschen an Tuberkulose. Schlechter Ernährungszustand, schlechte soziale Verhältnisse und ein geschwächtes Immunsystem begünstigen Infektion und Erkrankung. Krankheitsauslöser sind Tuberkelbakterien (Mycobacterium tuberculosis), die durch Tröpfcheninfektion übertragen werden.

Unterschieden wird zwischen einer offenen, infektiösen Form der Tuberkulose und einer geschlossenen, nicht infektiösen Form. Insgesamt besteht für eine Person mit einer geschlossenen Tuberkulose eine Wahrscheinlichkeit von ungefähr zehn Prozent, dass die Tuberkulose wieder aktiv wird.

Offene, also ansteckende Tuberkulose, unterliegt in Deutschland dem Infektionsschutzgesetz (IfSG), u.a. ist die Erkrankung meldepflichtig.

Die Symptome sind unterschiedlich. Der Primäraffekt verläuft zumeist symptomlos, die Primär- und Postprimärtuberkulose gehen im Allgemeinen mit unspezifischen Symptomen wie Husten, leichtem Fieber, Gewichtsabnahme, Nachtschweiß oder Appetitlosigkeit einher. Mit zunehmender Immunschwäche und Krankheitsausbreitung kommt es zu schwereren Symptomen wie Auszehrung, Pneumonie mit eitrig-blutigem Auswurf, hohem Fieber, Atemnot, Abszessen oder gar Blutvergiftung. Bei Organtuberkulose kommt es zu entsprechenden organischen Beschwerden.

Bei der Tuberkulose ist die Diagnose klinisch schwierig, da die Symptome wenig charakteristisch sind (meist Schwäche, Gewichtsabnahme, leichtes Fieber), auch gar keine Beschwerden sind möglich. Aus diesem Grund sind auch Fehldiagnosen relativ häufig.

Die endgültige Diagnose kann nur durch einen klinisch-chemischen Nachweis des Erregers gestellt werden.

Bei festgestellter offener Tuberkulose erfolgt eine stationäre Behandlung von mind. 6 Monaten, dies unter unterschiedlichen Antibiotika, um eine Resistenz auszuschließen.

Bei frühzeitiger Diagnose und ausreichend langer Therapiedauer ist die Prognose gut und die Erkrankung heilt ohne Folgeschäden aus.
Bei zu spät gestellter Diagnose oder geschwächtem Immunsystem können Lungen und andere Organe schwer geschädigt werden und die Tuberkulose kann tödlich verlaufen.

Cor pulmonale

Durch einen Sauerstoffmangel im Blut kann es bei verschiedenen Lungenkrankheiten zu einer Gefäßverengung der Lunge kommen. Das rechte Herz muss nun, um den erhöhten Druck im Lungenkreislauf zu bewältigen, mehr arbeiten. Hierdurch wird die Muskulatur des rechten Herzens kräftiger. Dies ist festzustellen mittels Röntgen und wird als Cor Pulmonale benannt.

Diese Rechtsherzvergrößerung ist erst einmal ein sinnvoller Ausgleich zur gestiegenen Anforderung.
Erst wenn die Leistungsfähigkeit des rechten Herzmuskels nachlässt kommt es zu Folgesymptomen wie Müdigkeit, Antriebsschwäche, Zyanose (bläulichen Verfärbungen von Haut und Schleimhäuten (Hände, Füße, Gesicht), bedingt durch den Sauerstoffmangel), Schwindelgefühl, Wassereinlagerungen. etc.
Im Vordergrund steht hier die Behandlung der Lungenkrankheit, u.U. durch die Sauerstoffgabe.

Bronchialkarzinom

Als Bronchialkarzinom bezeichnet man einen bösartigen Tumor, der von den Schleimhautzellen ausgeht, die das Innere der Atemwege (Bronchien) auskleiden.

Einige gesicherte Risikofaktoren für die Entstehung des Bronchialkarzinoms sind:

  • allen voran das Rauchen, 9 von 10 Patienten mit einem Bronchialkarzinom sind oder waren Raucher. Jedoch ist zweifelsfrei auch das Passivrauchen ein Risikofaktor.
  • bestimmte Arbeitsstoffe, z.B. Asbeststaub, radioaktive Substanzen, Nickel-, Arsen- oder Chromstaub.
  • das erhöhte Risiko des Einzelnen, wenn Vater oder Mutter am Bronchialkarzinom erkrankt waren.

Mögliche Symptome des Bronchialkarzinoms: anhaltender Husten, Auswurf – eventuell mit Blutspuren, Atemnot oder Schmerzen im Brustkorb. Weitere Beschwerden können sein ständige Abgeschlagenheit, reduzierte Belastbarkeit und der Verlust von Gewicht. Sehr oft zeigt das Bronchialkarzinom jedoch keine Symptome. Ratsam ist es, bei mehr als 3 Wochen bestehenden Beschwerden der Atemwege die Ursache durch einen Arztbesuch abzuklären.

Das Röntgenbild des Brustkorbs ist die wichtigste Untersuchung bei Verdacht auf eine Erkrankung  der Lunge. Weitere Untersuchungen zur Diagnosesicherung  bzw. zum Ausschluss eines Bronchialkarzinoms sind die Computertomographie und Bronchoskopie (Spiegelung der Atemwege) mit einer Entnahme von Gewebeproben. Sofern ein Tumor festgestellt wird, sind weiterer Untersuchungen (i. d. R. stationär) nötig, um das Ausmaß der Erkrankung  und eventuelle Begleiterkrankungen  festzustellen.

Ohne eine Behandlung hat das Bronchialkarzinom einen tödlichen Verlauf. Die Atemwege werden eingeengt; oft entstehen Metastasen in Lymphknoten, den Knochen, im Gehirn oder in der Leber. Das Fortschreiten der Erkrankung hängt ab von der Art der Tumorzellen und wie früh der Tumor erkannt und behandelt wird. Wie bei den meisten Krankheiten ist jedoch auch beim  Bronchialkarzinom im Einzelfall keine Aussage über die Lebenserwartung möglich.
Aufgrund der schlechten Prognose ohne Behandlung ist eine Therapie des Bronchialkarzinoms in den meisten Fällen anzustreben. Je nach Größe und Lage des Tumors, Art des Tumorgewebes und weiteren Faktoren kommen drei

Behandlungsmöglichkeiten, die eventuell kombiniert werden, in Frage:

  • Operation mit Entfernung des betroffenen Gewebes
  • Bestrahlung des betroffenen Lungenbereichs mit dem Ziel, die Tumorzellen abzutöten
  • Chemotherapie (ebenfalls mit dem Ziel, die Tumorzellen abzutöten).

Manche Patienten können durch die geeignete Therapie ganz geheilt werden. Bei vielen kann die Erkrankung auch für einige Jahre aufgehalten werden.

Lungenmetastasen

Bei einer Metastase handelt es sich um ein Tochtergeschwulst eines bösartigen Tumors. Die Zellen eines bösartigen Tumors, also Krebszellen, sind in der Lage, sich aus dem Gefüge des Tumors zu lösen und in benachbarte Gewebe und Organe einzudringen. Den Vorgang der Tumoraussaat nennt man Metastasierung. Der ursprüngliche Tumor, von dem sich die Krebszellen losgelöst haben, ist der Primärtumor.

Da das gesamte Blut jedes Mal, wenn es sauerstoffarm aus dem Köper zum Herz zurück fließt, durch das feine Gefäßnetz der Lunge gepumpt werden muss, um mit Sauerstoff angereichert zu werden, siedeln sich die Krebszellen hier oft an und bilden Metastasen.

Häufig bleiben Lungenmetastasen lange Zeit unbemerkt, da sie meist über längere Zeit keine Beschwerden verursachen. Sind Symptome entstanden, entsprechen diese weitgehend denen eines Lungenkrebses.
So leiden die Betroffenen häufig unter Husten mit blutigem Auswurf, anhaltender Heiserkeit, Brustschmerzen und Problemen beim Atmen. Unspezifische Symptome wie Gewichtsverlust, allgemeine Schwäche und Nachtschweiß sind Zeichen für ein weit fortgeschrittenes Tumorstadium.
Besteht der Verdacht auf das Vorhandensein von Lungenmetastasen, erfolgt eine gründliche Befragung und körperliche Untersuchung der betroffenen Person, um einen Gesamteindruck über den Allgemeinzustand und das Krankheitsstadium zu bekommen. Mit Hilfe einer Röntgenuntersuchung der Lungen lassen sich Aussagen über die Menge und die ungefähre Position der Lungenmetastasen machen. Eine Computertomographie ermöglicht im Vergleich zu einer normalen Röntgenuntersuchung einerseits eine genauere Lokalisierung der Tumore und anderseits das Erkennen von erst ganz kleinen Ablegern.

Um festzustellen, ob Metastasen in den Bronchien wachsen, bietet sich eine Bronchoskopie an, also eine Spiegelung der Atemwege. Diese Untersuchungen werden durchgeführt, weil man herausfinden will, ob eine Entfernung der Metastasen möglich und sinnvoll ist oder nicht.

Lungenmetastasen – Ausgangstumor in der Lunge

Handelt es sich bei dem Ausgangstumor um einen lungeneigenen Tumor (Bronchialkarzinom) und finden sich neben dem primären Bronchialkarzinom bereits weitere Lungenmetastasen, so werden weder der Primärtumor noch die Lungenmetastase operiert, da sich in vielen Untersuchungen herausgestellt hat, dass sich die Lebenserwartung operierter Patienten gegenüber der Lebenserwartung nicht-operierter Patienten nicht verbessert wird.

Ausnahmen

Nur wenn  Metastasen im selben Lungenlappen wie der Ausgangstumor gelegen sind, wird eine Operation angestrebt, da dann die Lebenserwartung deutlich höher und sogar eine Heilung möglich ist.

Lungenmetastasen – Ausgangstumor in anderen Organen
Wenn Lungenmetastasen von Nicht-Lungentumoren, zum Beispiel Darmkrebs, Nierenkrebs, Brustkrebs usw., vorliegen, ist eine operative Entfernung der Metastasen zu erwägen.

Voraussetzungen

Voraussetzungen zur Metastasenentfernung sind:

  • Der Ausgangstumor (Primärtumor) ist vollständig entfernt oder zerstört worden.
  • Es liegen keine weiteren Metastasen in anderen Organen vor.
  • Die Metastase(n) sitzt (sitzen) an Stellen, die gut operiert werden können (nicht im Bereich der Lungenwurzel).
  • Der Patient ist von Seiten seiner Lungenfunktion und seines Herz-Kreislaufzustandes operabel.
  • Es bestehen keine anderen Therapiealternativen. Ist ein Tumor beispielsweise gut durch Chemo- oder Hormontherapie behandelbar, so würde man zunächst diese Therapieform versuchen.
Operationsdurchführung

Im Gegensatz zu primären Bronchialkarzinomen, das heißt, zu in der Lunge selbst entstandenen Tumoren, werden Lungenmetastasen lungengewebesparend operiert, das heißt, der Operateur entfernt nach Möglichkeit nur die Metastase und nicht den gesamten Lungenlappen. Ein betroffener Patient muss sich jedoch darüber im Klaren sein, das im Falle einer bereits metastasierten Krebserkrankung (bis auf einige wenige spezielle Krebserkrankungen wie zum Beispiel Lymphknotenkrebs oder Hodenkrebs) die Chancen auf eine vollständige Heilung sehr gering sind.

Heilungsaussichten

Durch eine vollständige Entfernung der Lungenmetastasen und des Ausgangstumors kann im Einzelfall eine Heilung erreicht werden.

Pleuritis

Definition:

Die Pleuritis ist eine nicht eitrige Entzündung des Brustfells, der Pleura.

Die Pleura wird unterteilt in das Lungenfell (bedeckt die Lungen) und das Rippenfell (bedeckt die Oberseite von Zwerchfell und Herzbeutel, kleidet den Brustkorb von innen aus).
Der Raum zwischen dem Lungen- und dem Rippenfell nennt man Pleuraspalt.
Bei einer gesunden Lunge liegen beide Anteile des Brustfells aufeinander, zwischen ihnen befindet sich ein gleitender Flüssigkeitsfilm, um die Atembewegungen zu ermöglichen.

Fast nie kommt die Pleuritis als eigenständiges Krankheitsbild vor, meistens ist sie die Folge einer anderen Erkrankung, oft einer Lungenentzündung.
Sie macht sich durch Schmerzen im Rippenbereich beim Atemholen und Husten bemerkbar, oft nur einseitig.

Ursachen:

In den meisten Fällen ist die Ursache eine Lungenentzündung, bei der sich die Entzündung von der Lungenoberfläche auf das Rippenfell ausgebreitet hat.
Eine Tuberkulose oder eine Lungenembolie kann ebenfalls Ursache sein, auch eine Krebserkrankung (Bronchialkarzinom oder ein durch Asbest verursachter Tumor des Rippenfells, das Pleuramesotheliom).
In sehr seltenen Fällen können auch Viren die Ursache sein, z.B. die Bornholm-Krankheit (Coxsackie-B-Virus) oder das Herpes-Virus.

Symptome:

Man unterscheidet die trockene und die feuchte Brustfellentzündung.
Bei der trockenen treten starke, stechende (oft einseitige) Schmerzen im Brustkorb auf sowie
oft auch ein quälender Reizhusten ohne Auswurf.
Bei der feuchten Brustfellentzündung – die meistens aus der trockenen entsteht – bildet sich zusätzliche Flüssigkeit im Pleuraspalt (Pleuraerguss), durch den die Schmerzen der trockenen
Brustfellentzündung verschwinden. Stattdessen entwickelt sich je nach Flüssigkeitsmenge ein Druckgefühl in der Brust sowie Atemnot. Ein großer Pleuraerguss kann durch die eingelagerte Flüssigkeit zu einer auffälligen Gewichtszunahme führen.

Diagnose:
Abhorchen

Bei der trockenen Pleuritis hört der Arzt das sog. Pleurareiben, da das Lungenfell und das Rippenfell durch die Entzündung beim Atmen aufeinander reiben.
Bei der feuchten Pleuritis tritt das Pleurareiben nicht auf.

Ultraschall

Besonders bei der feuchten Pleuritis kann durch Ultraschall festgestellt werden, dass sich Flüssigkeit im Brustkorb angesammelt hat.

Daneben sind sämtliche bei der Grunderkrankung anzuwendenden Diagnosemittel wie Laboruntersuchungen, Röntgen, CT etc. geeignet, den Erreger festzustellen.
Bei einem Pleuraerguss kann eine Punktion vorgenommen werden, um die entzogene Flüssigkeit mikroskopisch und labortechnisch auf Erreger zu untersuchen.

Therapie:

Die Therapie richtet sich zunächst nach der Grunderkrankung, z.B. Behandlung der Lungenentzündung mit Antibiotika.
Daneben muss die Lunge trotz der Beschwerden in Bewegung gehalten werden, um ein miteinander Verwachsen des Lungen- und Rippenfells, die Ausbildung einer sog. Pleuraschwarte zu verhindern.
Dafür wird Atemgymnastik sowie Schmerzmittel verordnet.
Die Brustfellentzündung heilt im Normalfall zusammen mit der Grunderkrankung aus.
Bei Ausbildung einer Pleuraschwarte kann bei starker Beeinträchtigung der Lungenfunktion auch eine Operation notwendig werden, um das Lungen- und das Rippenfell wieder voneinander zu trennen.

Komplikation – Pleuraempyem

Die nicht eitrige Brustfellentzündung mit Pleuraerguss kann sich in der Folge einer bakteriellen Lungenentzündung, vor allem bei Ausbildung eines Lungenabzesses in eine eitrige Entzündung entwickeln = Pleuraempyem. Auch in der Folge eines Pneumothorax kann sich diese Komplikation einstellen.

Neben bzw. nach einer Drainage und der Thoraxskopie als minimalinvasive Eingriffe, um den Eiterherd reinigen und spülen zu können, kann in schweren Fällen auch eine offene Operation notwendig werden, bei dem der Eiterherd ausgeräumt und die Lungenschwarte beseitigt wird.

Pneumonie (Lungenentzündung)

Definition

Eine Pneumonie ist die Entzündung des Lungengewebes durch Bakterien, Viren, Pilze, Parasiten, Gifte oder andere Faktoren.
Sie kann bei vorher gesunden Menschen auftreten (primäre Pn.) und als Folge eines Grundleidens, oft bei geschwächtem Immunsystem (sekundäre Pn.).
Typische Beschwerden sind Fieber, Atemnot und Schmerzen beim Luftholen.

Einteilung

Es ist schwierig, die verschiedenen Ursachen und Erscheinungsformen der Lungenentzündung begrifflich voneinander zu trennen.

Die heute gebräuchlichste Einteilung ist die
nach dem Ort der Entzündung:

Wird die Lungenentzündung im alltäglichen Umfeld erworben, spricht man von der AEP
= Ambulant Erworbene Pneumonie.
Ca. 80 % aller Pneumonien entstehen auf diesem Wege.

Im Krankenhaus, insbesondere auf Intensivstationen entstandene Lungenentzündungen werden als „nosokomiale Pneumonie“ bezeichnet. Die Erreger unterscheiden sich von den ambulant erworbenen Erregern, sie sind häufig resistent gegen die eingesetzten Antibiotika.

Die genaue Bestimmung des Erregers durch mikrobiologische Untersuchung des Blutes und des Sputums dauert 2-3 Tage, daher muss zunächst eine derart grobe Einteilung vorgenommen werden, um die Lungenentzündungen vom ersten Tag an wirksam behandeln zu können.

Die nosokomiale Pneumonie muss mit anderen Medikamenten behandelt werden als die AEP.

Eine genauere Unterscheidung kann vorgenommen werden, wenn das Ergebnis der Untersuchungen vorliegt, in erster Linie

Erreger:

Infektionen durch Bakterien, z.B.:

  • Streptokokken, häufigster Erreger bei Erwachsenen
  • Staphylokokkus aureus bei Säuglingen
  • Keime E.coli und Klebsiellen bei Menschen über 65
  • Mycoplasmen
  • Pseudomonas aeruginosa (oft in Krankenhäusern)
Viren:
  • Influenzaviren
  • RS-Viren
  • Adenoviren

Es ist häufig so, dass zu den Viren-Pneumonien noch Bakterien hinzukommen. Dann wird von einer „bakteriellen Superinfektion“ gesprochen.

Pilze:
  • Candidasporen
  • Aspergillussporen

Pilz-Pneumonien kommen nur bei geschwächtem Immunsystem vor, z.B. bei AIDs-Patienten oder nach Einnahme von Medikamenten, die das Immunsystem unterdrücken.

Parasiten:

Derartige Infektionen (z.B. durch Pneumocystis carinii) sind selten, sie betreffen in der Regel nur AIDS-Patienten.

Eine weitere Möglichkeit ist die Unterscheidung
nach dem klinischen Erscheinungsbild

Als klinisches Erscheinungsbild wird in der Medizin das Beschwerdebild, der Verlauf und das krankhafte Geschehen einer Erkrankung bezeichnet.

Hier unterscheidet man:

Typische Pneumonien:

Die typische Pneumonie betrifft ca. 80 % aller Krankheitsfälle. Die Entzündung betrifft die
Alveolen (Lungenbläschen). Sie wird hauptsächlich durch Pneumokokken, Staphylokokken, Haemophilus influenzae, Klebsiellen oder Pseudomonas aeruginosa verursacht.

und Atypische Pneumonien:

Diese Entzündungen werden durch Viren, aber auch kleine Bakterien wie Mycoplasmen, Chlamydien oder Legionellen hervorgerufen. Etwa 20 % der Patienten sind davon betroffen.
Die Entzündung findet im Stützgewebe der Lungen statt, dem Gewebe zwischen den Lungenbläschen und den Blutgefäßen = Interstitium.

Hierzu gehört auch die Unterscheidung nach den betroffenen Bereichen der Lunge:

Lobärpneumonie:

Davon spricht man, wenn ein ganzer Lungenlappen befallen ist. Die Erreger sind meistens Pneumokokken.

Bronchopneumonie:

Hier hat die Entzündung von verschiedenen Entzündungsherden in den Bronchien auf das Lungengewebe über gegriffen.

Interstitielle Pneumonie:

Hierbei ist das Interstitium von der Entzündung betroffen, was sich vor allem im röntgenologischen Befund zeigt.
Die Erreger gelangen aus den Lungenbläschen in das Stützgewebe.

Außerdem kann eine Lungenentzündung auch durch chemische und physikalische Reize ausgelöst werden, z.B. Einatmen giftiger Gase und Stoffe, verschluckter Gegenstände, erbrochenem Mageninhalt usw.

Mischformen machen die Unterscheidung noch komplizierter.

Symptome

Die sog. „typische“ Pneumonie ist gekennzeichnet durch:

  • plötzlichen Schüttelfrost
  • plötzliches hohes Fieber (über 38,5 ° C)
  • Husten und Atemnot
    Der Husten  ist anfangs trocken, später produktiv, wobei der Schleim verfärbt ist (grün, gelb, braun, rostfarben).
  • Tachypnoe (aufgrund der Luftnot wird sehr schnell und angestrengt geatmet)
  • Zyanose (durch den Sauerstoffmangel können sich Lippen und Fingernägel blau verfärben)
  • Schmerzen beim Einatmen oder Husten
  • Rasselgeräusche beim Abhorchen

Die  „atypische“ Pneumonie unterscheidet sich davon durch:

  • angsameres Auftreten und dann Steigerung bei Fieber und Schüttelfrost
  • trockenen Husten, es wird kaum Schleim abgehustet
  • kaum oder keine Rasselgeräusche beim Abhorchen
Diagnose
  • Auswertung des Krankheitsverlaufs und der Symptome
  • Klinische Untersuchungen
    Insbesondere Abhorchen der Lunge, Bakteriologische Untersuchung des Auswurfes, Auswertung der Blutwerte z.B. Leukozytenzahl
  • Röntgen und CT (besonders bei der atypischen Pneumonie)

Therapie

Meistens ist eine Behandlung zu Hause möglich, nur bei Patienten mit einer Vorerkrankung und/oder bereits geschwächten Menschen (Alte Menschen, chronisch Kranke) ist  oft eine Krankenhausaufnahme notwendig.

Die Patienten sollten Bettruhe einhalten und viel Flüssigkeit zu sich nehmen.
Medikamentös werden sie mit Antibiotika behandelt, auch wenn Viren die Auslöser sind.
Bei einer Ansteckung im Krankenhaus ist mit einer Resistenz der Erreger gegen Antibiotika zu rechnen, oft ist ein Aufenthalt auf der Intensivstation erforderlich.

Bei starker Luftnot und Sauerstoffmangel kann  eine Versorgung mit Sauerstoff nötig werden.

Treten Symptome einer Lungenentzündung nach einer Auslandsreise auf, ist manchmal eine abweichende Behandlung nötig, da z.B. SARS, Vogelgrippe als Erreger in Betracht kommen.

Mögliche Komplikationen
  • Rippenfell- und Lungenfellentzündung
  • Arthritis der Gelenke
  • Knochenentzündungen
  • Herzentzündungen
  • Lungenabszess

Ein Lungenabszess entsteht durch das Absterben und anschließende Zerfallen des entzündeten Lungengewebes, wodurch ein mit Eiter gefüllter Hohlraum in der Lunge entsteht.
Diese Komplikation wird daher auch teilweise als Sonderform der Lungenentzündung mit Beteiligung des Lungen- und Rippenfells angesehen.
Festgestellt wird der Abszess durch Abhorchen, Röntgen, CT, aber auch durch Ultraschall.

Die Behandlung findet generell im Krankenhaus statt, es werden Antibiotika als Infusion, später aber auch in Tablettenform verabreicht.
Der Inhalt des Abzesses wird bronchoskopisch abgesaugt, manchmals kann aber auch eine Punktion, evtl. sogar Operation des Abszesses nötig werden.
Zusätzlich werden Inhalationen und eine ausreichende Schmerzbehandlung durchgeführt.

Bei geschwächten Menschen (Alte, Kinder, chronisch Kranke) und Eintritt von Komplikationen kann eine Lungenentzündung tödlich verlaufen. In den Industrieländern ist eine Lungenentzündung die dritthäufigste Todesursache.

Vorbeugung
  • Schutzimpfung gegen Grippe
    wegen der hohen Ansteckungsgefahr für Risikogruppen empfohlen
  • Schutzimpfung gegen Pneumokokken
    bei Kindern bis 24 Monate als Grundimpfung empfohlen, ebenso bei über 65-Jährigen und Chronisch Kranken