Selbsthilfe von Mensch zu Mensch

Weitere Medikamente zur COPD Therapie

Inhalative Kortikosteroide

Die Rolle der inhalativen Kortikosteroide ist nicht eindeutig definiert.

Studien sagen, dass sie keinen Einfluss auf den Verlauf der FEV1 Abnahme haben oder die Progression der COPD aufhalten können. Die COPD-spezifische Entzündung scheint weitgehend kortikosteroidresistent.

Dennoch gibt es positive Effekte. Sie verbessern die Symptome, die Lebensqualität, vermindern die Zahl der Exazerbationen und das besonders ausgeprägt bei Patienten mit schwerer COPD.

Auch eine Kombination mit langwirksamen Brochodilatatoren scheint die Lungenfunktion und die Lebensqualität zu verbessern.

Es gibt die uns bekannten Nebenwirkungen, auch bei höheren Dosen inhalativer Kortikosteroide.

 

Seit vergangenem Jahr gibt es ein neues antientzündlich wirkendes Medikament, den

Phosphodiesterase-4- (PDE4-) Inhibitor, das Roflumilast

Es wird zur Zeit nur Patienten mit stark eingeschränkter Lungenfunktion mit Husten und Auswurf empfohlen. Wegen einer möglichen Gewichtsabnahme scheint es für die schon untergewichtigen Emphysematiker (pink puffer-Typ) nicht geeignet.

Ich denke, den Nutzen muss die Praxis zeigen.

Christa

Medikamentöse Therapie der COPD

Bronchodilatatoren

Die Basis der medikamentösen COPD-Therapie sind die inhalativen Bronchodilatatoren.

Sie haben das Ziel Symptome, besonders Atemnot, zu verbessern, die Häufigkeit von Exazerbationen zu vermindern und durch Verminderung der Überblähung die Atemarbeit zu verringern und damit die körperliche Belastbarkeit zu verbessern.

Zwei Wirkprinzipien stehen zur Verfügung, Beta-2-Sympathomimetika und
Anticholinergika. Diese lassen sich , vielleicht in der Praxis wichtiger, nach der Wirkdauer unterscheiden.

Beta-2-Antagonisten

Kurzwirksame Bronchodilatatoren:  Wirkung für 4 bis 6 Stunden

– Fenoterol
– Salbutamol

Langwirksame Bronchodilatatoren:

– Salmeterol
– Formoterol

(Wirkung für 12 Stunden)

– Indacaterol (24 Stunden Wirkdauer)

 

Anticholinergika

– Ipratropiumbromid, kurzwirksam
– Tiotropiumbromid langwirksam

Kombinationen

Es gibt Kombinationen der kurzwirksamen Mittel, aber auch Kombinationen der langwirksamen Wirkstoffe.

Studien haben gezeigt, dass dies bei manchen Patienten von Vorteil ist.

Die Frage, ob Bronchodilatatoren als Dosieraerosole oder als Trpckenpulver inhaliert werden sollen, richtet sich nach den individuellen Voraussetzungen.

Methylxanthine

Theophyllin ist heute nach den meisten Leitlinien ein Medikament der Zweit-oder Drittlinientherapie.Grund ist vor allem die geringe therapeutische Breite. Zurückhaltung ist wohl besonders bei Patienten mit Herzerkrankungen angezeigt.

Christa

Ich habe bewusst keine der unzähligen Präperatenamen verwendet, sondern den Wirkstoff., der ja auf jeder Medikamentenpackung drauf steht.

 

Bildnachweis: asolario@stock.xchng

Verfahren zur Lungenvolumenreduktion

Seit den 1990er Jahren wird die chirurgische Lungenvolumenreduktion (LVRS) mit dem Ziel durch Entfernung von emphysematösen Gewebe die Überblähung zu reduzieren, eingesetzt. In einer Subgruppe von Patienten kam es dadurch zu einer Verbesserung der Lungenfunktion und der Lebensqualität.
Allerdings war bei diesem Verfahren die Gesamtsterblichkeit in den ersten 90 Tagen deutlich erhöht, so dass man nach minimal invasiven Eingriffen gesucht hat.

Endoskopische Verfahren zur Lungenvolumenreduktion

Bei Patienten mit einem heterogenen Emphysem, die in der Bodyplethysmogrphie eine FEV1 von 20 bis 45% sowie ein Residualvolumen von >150%, besser noch > 200% aufweisen kann der Einschluss in eines der mittlerweile vielen Studien geprüft werden.

Es gibt mittlerweile unterschiedliche Verfahren:

Reversible blockierende Verfahren
Das Prinzip besteht in einer endoskopischen Implantation von Einweg-Ventilen, die ein Entweichen der Luft bei der Ausatmung erlauben, jedoch ein Einströmen der Luft bei der Einatmung verhindern. Die Ventile werden über ein Bronchoskop eingebracht.
Eine erste größere Studie mit 321 Patienten zeigte gute Resultate im Hinblick auf den FEV1 und die Gehstrecke bei nur minimaler Komplikationsrate.
Ein unabhängiger Faktor für den Erfolg ist aber eine fehlende oder geringe kollaterale Ventilation zwischen den einzelnen Lungenabschnitten. Beim Emphysem gibt es leider häufig solche zusätzliche Kanäle, über die dann die durch die Ventile verschlossenen Lungenlappen retrograd doch wieder mit Luft gefüllt werden, so dass ein Erfolg ausbleibt. Mittlerweile gibt es aber schon Möglichkeiten, dies voraus zu eruieren.

Teilblockierende Verfahren
Hier wird mit Implantation von Coils gearbeitet.
Das sind Spiralen aus Nitinoldraht, die mit einem speziellen Introducer-System erst in gestreckten Zustand eingeführt werden. Nach Abladen nehmen sie dann , unter Mitnahme der Bronchien, ihre ursprüngliche Gestalt an.

Irreversible nicht blockierende Verfahren
Polymerische Lungenvolumenreduktion (PLVR)
Hier wird ein Hydrogelschaum in die Segmente des zerstörten Lungengewebes eingebracht mit dem Ziel der Gewebsschrumpfung durch einen entzündlichen Reiz.

Bronchoskopische Thermoablation
Hier wird durch Einbringen von heißem Wasserdampf das gleiche Ziel verfolgt.

Das Einsetzten von Spiralen, das Verkleben oder Verdampfen von Lungengewebe wird evt. als Alternative bei Patienten mit hoher kollateraler Ventilation gesehen.

Bronchiale Thermoplastie bei schwerem Asthma bronchiale
Hier wird die glatte Muskulatur der zentralen Atemwege zerstört und in, allerdings noch kleinen Studien, wurde gezeigt, dass die Asthmakontrolle und die Lebensqualität verbessert werden konnten.

Christa

Lippenbremse bei COPD-Lungenemphysem

LippenbremseDie Lippenbremse als Atemtechnik bei COPD/Lungenemphysem

Bei der Ausatmung wird das Volumen der Lunge und auch der Querschnitt der Atemwege verringert. Wer also z. B. durch eine chronisch obstruktive Bronchitis ohnehin verengte Bronchien hat, kann die verbrauchte Atemluft kaum loswerden und fühlt sich schnell überbläht. Die geschieht meistens bei Belastung, da hier bei einsetzender Atemnot oft gepresst und angestrengt geatmet wird.

Hier kommt die dosierte Lippenbremse zum Einsatz. Bei dieser Atemtechnik legt man die Lippen leicht übereinander (nicht pressen) und atmet dabei gegen den Widerstand aus. Die Bronchien bleiben durch den erhöhten Innendruck länger geöffnet und die Ausatemluft kann länger und gleichmäßiger ausströmen.

Menschen mit COPD können durch diese Technik, wenn sie rechtzeitig und richtig eingesetzt wird, einer Überblähung der Lunge vorbeugen und so außergewöhnliche Atemnot vermeiden. Lassen Sie sich von Ihrem Atemtherapeuten diese Atemtechnik zeigen.

Lungensport

Lungensport hat nicht viel mit dem sog. Breiten- oder womöglich sogar Leistungssport gemeinsam.
Hier treffen sich vielmehr Patienten mit chronischen Atemwegserkrankungen, die bei körperlichen Belastungen relativ schnell Atemnot bekommen.

Wie leicht wird dann jeglicher Belastung ausgewichen:
Fahrstuhl oder Rolltreppe benutzen statt Treppensteigen, immer kleinere Strecken werden mit dem Auto statt zu Fuß zurück gelegt.

Durch diese Schonung sinkt die Belastungsgrenze immer weiter, zum Schluss besteht schon im Ruhezustand Atemnot. Ein Teufelskreis ist entstanden, der durchbrochen werden muss – der Betroffene erfährt eine zunehmende Dekonditionierung.

Diese Patienten benötigen daher eine ganz spezielle Sport- und Bewegungstherapie:

  • angepasst an die individuelle Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit
  • sie soll nicht überfordern, sondern ermutigen, weiter zu machen
  • sie lässt den Patienten eine verbesserte Belastbarkeit und bessere Ausdauer merken
  • und macht durch das Gemeinschaftsgefühl in der Gruppe obendrein noch Spaß.

Die Lungenfunktion hat sich in den meisten Fällen nicht nennenswert verbessert, aber die Teilnehmer berichten nach etwas längerer Teilnahme:

  • Treppensteigen fällt leichter, es sind nicht mehr so viele Pausen nötig
  • Wege, die früher zu lang oder zu steil erschienen, können wieder leichter bewältigt werden
  • man kann wieder besser mit anderen Schritt halten und muss nicht so oft stehen bleiben
  • auch Lasten können wieder besser getragen werden

Das gesamte Herz-Kreislauf-System ist stabilisiert, die Muskulatur ist besser durchblutet, die fortschreitende Dekonditionierung konnte durchbrochen werden.
Das tägliche Leben ist zwar nicht problemlos geworden, aber wieder etwas besser zu bewältigen, die Lebensqualität steigt.

Deutschlandweit entstehen immer mehr ärztlich begleitete, von geschulten Fachübungsleitern
geführte Lungensportgruppen, sodass jeder Betroffene inzwischen in seiner Nähe fündig werden kann.

Individuell nach Krankheitsstand, persönlicher Befindlichkeit und aktuell gemessenem Peak-flow werden die Übungen festgelegt, dabei wird der Pulsoxymeter zur Überwachung eingesetzt. Manchmal wird auch entschieden, dass der Patient heute lieber aussetzen sollte.

Die Aktivitäten gehen von Beweglichkeitstraining über Gymnastik bis zu Kraft- und Ausdauertraining, in manchen Gruppen auch Walking im Freien und Gruppenspiele.

Am Anfang steht die Aufwärmphase, am Ende eine Entspannungsphase.

Ergänzt wird der Lungensport idealerweise durch private Übungen zu Hause und eine Patientenschulung.

Langzeit-Sauerstoff-Therapie

(auch: Long Term Oxygen Therapy = LTOT)

Unter Langzeitsauerstofftherapie wird die Applikation von Sauerstoff für mindestens 16 Stunden und mehr verstanden.

Die Ziele dieser Therapie sind es, die Leistungsfähigkeit und Lebensqualität zu steigern, die Morbidität und Mortalität herabzusetzen.

Die Langzeitsauerstofftherapie wird vom Lungenfacharzt, nach mehrfachen Blutgasanalysen, bei denen der PaO² Wert jeweils kleiner 55 mmHG waren, verordnet. Bei bestimmten Erkrankungen, (Cor pulmonale, Polyglobulie) kann der Sauerstoffpartialdruck auch bei 60 mmHG liegen.

Wenn die Lunge den Körper nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgen kann, wegen fortgeschrittener Lungenerkrankung, dann leidet der Patient an einer Leistungsschwäche und massiver Atemnot, vor allen Dingen bei Belastung.

Hier kann die zusätzliche Verabreichung von Sauerstoff die Symptome lindern.

Da Sauerstoff jedoch ein flüchtiges Gas ist, hält die Wirkung nur so lange an, wie man auch den Sauerstoff einatmet. In dem Augenblick, wo die Nasenbrille abgenommen wird, ist der vorherige Zustand wieder da, nämlich Atemlosigkeit und verminderte Belastbarkeit.

Das bedeutet für viele Patienten 24h Sauerstoffzufuhr.

Zur Verfügung stehen mobile Flüssiggasgeräte, stationäre und mobile Konzentratoren, so dass für jeden Patienten die optimale Versorgung gefunden werden kann, damit er auch mobil bleibt und am öffentlichen Leben wieder teilhaben kann.

Leider wird die Behandlung häufig nicht kontinuierlich durchgeführt, da viele Patienten sich nicht trauen, mit einer Nasenbrille und einem Rucksack auf dem Rücken in die Öffentlichkeit zu gehen.

Voraussetzung dafür, dass die Sauerstoffbehandlung sinnvoll ist und die Krankenkassen die hohen Kosten dafür übernehmen, sind ein bestimmter Schweregrad der Erkrankung und der Nachweis der Verträglichkeit, der durch eine sogenannte Testatmung in einer Praxis oder Klinik nachgewiesen werden muss. Weitere unabdingbare Voraussetzung ist vollständiges Einstellen des Rauchens.

Zusammenfassend muss bei Patienten mit folgenden Erkrankungen eine Langzeitsauerstofftherapie in Betracht gezogen werden, wenn eine chronische Hypoxämie nachgewiesen wurde:

  • Chronisch-obstruktive Bronchitis und Lungenemphysem
  • Lungengerüsterkrankungen
  • Cystische Fibrose
  • Neuromuskuläre und Thoraxwanderkrankungen
  • Weitere Krankheitsbilder, wie pulmonale Hypertonie, chronische Herzinsuffzienz und maligne pulmonale Erkrankungen.

Mit zunehmendem Fortschreiten der Erkrankung kann auch der Gasaustausch innerhalb der Lunge massiv gestört sein (respiratorische Insuffizienz), so dass das Kohlendioxyd nicht mehr richtig abgeatmet werden kann.

Man spricht dann von einer Hyperkapnie. Gemessen werden die Werte mit einer Blutgasanaylse.

Bei der Hyperkapnie kann eine druckkontrollierte Beatmung durchgeführt werden, die es dem Patienten ermöglicht, das CO² besser abzuatmen. Je nach Bedarf wird diese Beatmung nur des Nachts durchgeführt. Es gibt aber auch Patienten, die diese Beatmung tagsüber benötigen.

Siehe auch:
Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V.

Lungentransplantation

Eine Lungentransplantation ist die letzte Option einer fortgeschrittenen, austherapierten Lungenerkrankung. Es werden entweder:

ein Lungenflügel (SLTX = Single Lung Transplantation),
beide Lungenflügel (DLTX = double Lung Transplantation)
ein oder mehrere Lungenlappen

von einem Organspender zu einem Empfänger verpflanzt.

Für Kinder besteht die Möglichkeit einer Lebend-Lungentransplantation
(living-related lung transplantation), bei der je ein Lungenlappen von zwei Spendern dem Kind verpflanzt werden.

Reflektorische Atemtherapie – RAT

Die reflektorische Atemtherapie (RAT) wurde in den 50er Jahren grundlegend von Dr. med. Ludwig Schmitt entwickelt. Die Physiotherapeutin Liselotte Brüne, eine seiner Mitarbeiterinnen, erarbeitete seit den 60er Jahren aus dieser Heilmethodik eine eigene Technik. Sie wird von bisher erst wenigen speziell ausgebildeten TherapeutInnen erfolgreich praktiziert.

Der Patient wird nicht punktuell behandelt, sondern ganzheitlich therapiert. Die Reflektorische Atemtherapie aktiviert Vorgänge (durch manuelle Reizsetzungen) im Körper, die dann wiederum den Bewegungsapparat bis hin zur Funktion der inneren Organe positiv beeinflussen. Durch gezielte Druckverschiebungen und Dehnungsreize in Haut, Muskeln, Sehnansätzen, Periost sowie durch Schmerzreize unterschiedlicher Dosierung wird eine nervös reflektorische Steuerung in Gang gesetzt und somit unwillkürlich eine Veränderung der Atembewegung hervorgerufen.

Die Reflektorische Atemtherapie bietet therapeutische Hilfe bei verschiedenen Beschwerden im physischen und psychischen Bereich. Unter Einbeziehung der natürlichen Atemfunktionen des Menschen können Patienten in folgenden Bereichen sinnvoll behandelt werden: Störungen des Atmungssystems, des Bewegungsapparates und der inneren Organe Neurologische sowie psychosomatische Erkrankungen und der Intensivmedizin. Eingesetzt werden dabei Manuelle Techniken, Wärmeapplikationen bzw. Kompressen (Heisse Rolle)  und Atemgymnastik.

http://www.reflektorische-atemtherapie.de

Atemtherapie

Richtig atmen heißt, die Atemluft ohne Anstrengung ganz in Bauch und Becken strömen zu lassen.
Atemtherapie soll helfen Störungen und Krankheiten von Lunge und Stimmapparat zu mindern oder gar zu beheben, sowohl vorbeugend als auch nach schweren Operationen oder Lungenfunktionsstörungen.

Die Atemtherapie dient vor allem dazu, Lungenentzündungen vorzubeugen (Pneumonieprophylaxe), Schleim im Lungenbereich zu lösen (Sekretlösung und -transport) sowie ein stabiles Bronchialsystem aufzubauen bzw. stützen, vorwiegend bei obstruktiven Erkrankungen wie chronischer Bronchitis, COPD, Asthma und Mukoviszidose.

Die Atemtherapie soll helfen, Atemnot durch die Mobilisierung des Brustkorbes zu verringern und damit gleichzeitig die Vitalkapazität zu verbessern. Die Lockerung von Haut, Bindegewebe und Muskulatur des Oberkörpers soll die Atemarbeit ebenso erleichtern. Es ist möglich, die Atemtechnik so zu verfeinern, dass sich die Sauerstoffversorgung der Körpergewebe bessert. Sehr wichtig hierbei ist das Zwerchfell. Die tiefe Bauchatmung kann trainiert werden. Bei alten und bettlägerigen Menschen wird die Atemtherapie genutzt, um die Verkümmerung ihrer Atemorgane zu verhindern. Während der Schwangerschaft sind Atemübungen ein elementarer Bestandteil der Geburtsvorbereitung.

Erwiesen ist, dass die richtige Atmung die Durchblutung verbessert und so die Sauerstoffversorgung des ganzen Organismus optimiert.