… ich hätt‘ so gerne ein Stehpult gehabt
Der 18.05. rückte näher und ich arbeitete an meiner Eröffnungsrede.
Innerhalb von recht kurzer Zeit stand sie und legte sie erst einmal zur Seite.
Ich war nicht aufgeregt, war eher neugierig, gespannt.
Drei Tage vor dem 18.5. nahm ich mir meine Rede noch mal, überarbeitete hier und da, aber entschied dann, so bleibt sie.
Am 18.5. um die Mittagszeit war ich noch immer recht ruhig, aber dann…
Es gingen mir schon so Gedanken durch den Kopf:
und was ist, wenn keiner kommt?
klar doch, ich habe doch schon Zusagen!
und wenn doch nicht?!
hör auf, das wird schon!
Gegen 18:30 Uhr trafen die ersten Interessenten ein, Bekannte und Unbekannte.
Die Atemnot vor Aufregung war auch recht beachtlich, ich hatte schwer zu kämpfen.
Dann war es so weit, 19:00 Uhr.
Herr Dr. Pummer begrüßte als kommissarischer Hausherr der Helios Klinik Idstein die Erschienen mit sehr netten einführenden Worten, in denen er die Initiative begrüßte und natürlich viel Erfolg wünschte. Dann übergab er das Wort an mich.
Wer selbst Luftnot hat, weiß wie schwer es ist eine Rede zu halten, mit dem Konzept in der einen Hand und die andere Hand, geklammert an die Lehne des vor einem stehenden Stuhles.
Ich begrüßte die Anwesenden und kam dann zum Anliegen der Selbsthilfegruppe Idstein.
„….. Jetzt möchte ich gerne darüber sprechen, wie meine Vorstellungen zum weiteren Verlauf der Gruppe ausschauen:
Im Vordergrund steht die Information über die Krankheiten Rund um die Lunge.
Aus diesem Grund bin ich bemüht, Referenten zu Themen zu finden, die für uns wichtig und interessant sind.
Hierzu gehören natürlich
der kompetente Lungenfacharzt, in den meisten Fällen unser Anlaufpunkt zur Krankheit,
die Hausärztin, der Hausarzt, – unverzichtbar……
die Atemtherapeutin, ich selbst erfahre seit fast 5 Jahren, wie hilfreich die reflektorische Atemtherapie ist
der Pharmareferent, der die Medikation zu Krankheiten aus der Sicht der Industrie schildern kann
der Apotheker, der so oft Ansprechpartner ist, der Joker für Fragen beim Einkauf des aktuellen Medikaments, der meist zur freien Verfügung steht, sobald wir die Apotheke betreten
das Amt für Versorgung und Soziales, zuständig für die schriftliche Fixierung unseres Behindertengrades
der Sozialverband VdK Deutschland, der uns mit Rat und Tat in den Bereichen der sozialen Sicherung zur Seite stehen möchte
und und und, ich habe noch viele Ideen.
Aber auch das gemeinsame Gespräch und der Kontakt sollen nicht zu kurz kommen.
Wenn sich dann noch eigendynamisch Grüppchen bilden, die ihre eigene Idee der Hilfe zur Selbsthilfe umsetzen, wunderbar.
Ein ausgewogener Wechsel an Angeboten an den Dienstagen ist mein Ziel, damit auch für jeden etwas dabei ist. Alles zusammen soll helfen, mit der Krankheit zu leben und sie zu akzeptieren.
Ein weiteres angestrebtes Etappenziel war für mich die Initiierung einer Lungensportgruppe in Idstein. Denn Bewegung bedeutet Verbesserung des Allgemeinbefindens und der Lebensqualität.
Im TV Idstein habe ich einen engagierten Partner dafür gefunden, die Eckpfeiler stehen. Vielen Dank Herr Werlein! Auch das ging viel schneller als ich zu hoffen gewagt hatte.
Das nur als kurzen Vor-Abriss. Kommt Zeit – kommt Sport.
Und wenn ich dann noch genügend Power habe Herr Dr. Pummer, werde ich mich nach Bad Schwalbach wenden – *zwinker*
Die Hilfe zur Selbsthilfe – Rund um die Lunge im Idsteiner Land – soll sein für alle die,
denen eine Krankheit die Luft zum Leben, zum normalen Leben nimmt.
Die Atemlosigkeit bestimmt zwar unser Leben – bei dem einen mehr und dem anderen weniger -,
aber das ist jetzt unser Leben,
wie der Spruch von Jean Paul Sartre so treffend sagt:
Vielleicht gibt es eine schönere Zeit, aber diese ist die unsere
Und deswegen:
Packen wir es an – gemeinsam sind wir stärker………“
Ich hatte es gepackt.
Zwischendurch habe ich mir mehrfach zwei Dinge sehnlichst gewünscht:
Sauerstoff und ein Stehpult……




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