Selbsthilfe von Mensch zu Mensch

Wenn plötzlich der Pflegefall eintritt…

Pflegefall

Pflegefall

Vom ambulanten Pflegedient zum Pflegeheim

Jeder möchte im Alter so lange wie möglich selbständig bleiben, doch allzu oft tritt ein plötzlicher Pflegefall ein, mit dem man nicht gerechnet hat. Wer sich nicht mehr selbst helfen kann, ist auf Pflegepersonal von außen angewiesen. Manchmal wird die Versorgung zuhause für Angehörige trotz Unterstützung durch ein ambulantes Pflegeteam zu beschwerlich. Dann sollte der Besuch einer Tagespflegeeinrichtung ins Auge gefasst werden, bevor man sich zu einer vollstationären Heimunterbringung entschließt. Direkt im Anschluss an den Krankenhausaufenthalt kann aber eine vierwöchige stationäre Kurzzeitpflege zur Wiederherstellung der Mobilität sinnvoll sein.

Was ist zu tun, wenn in der Familie ein Pflegefall eintritt?

Wenn bereits im Krankenhaus klar ist, dass ein Angehöriger auf unbestimmte Zeit ein Pflegefall sein wird, steht zunächst der Sozialdienst des Krankenhauses bereit, um zu beraten und Ansprechpartner zu vermitteln. Wer zuhause auf sich alleine gestellt ist, sollte als Erstes die Krankenkasse des Angehörigen kontaktieren. Mit ihr werden dann die weiteren Schritte eingeleitet. Eine andere Möglichkeit ist, vorab mit einer Angehörigenberatung Kontakt aufzunehmen. Diese gibt es von vielen Sozialträgern, wie z.B. Caritas, AWO etc.

Was bedeutet die Pflegestufe?

Über die Pflegeversicherung hat jeder Bedürftige Anspruch auf Hilfe im Pflegefall. Die Höhe der Unterstützung ist abhängig vom Ausmaß der Pflegebedürftigkeit und muss für mehr als sechs Monate notwendig werden. Die Pflegestufen reichen von I bis III. Die Einstufung erfolgt hierbei durch den sogenannten Medizinischen Dienst der Krankenkasse (MDK), der den Pflegebedarf durch einen persönlichen Besuch vor Ort ermittelt und ein Gutachten erstellt. Die Kostenübernahme variiert je nach Pflegestufe und Art der Pflegeleistungen.

Rollator und Badewannensitz erleichtern das Leben zuhause

Für das Leben in den eigenen vier Wänden gibt es auch eine Vielzahl  nützlicher Hilfsmittel, die man bei der Krankenkasse beantragen kann, wie z.B. einen Badewannenlift. Auch Umbauten in der Wohnung werden großzügig erstattet. Bei Vorliegen einer Demenz erfolgt ein zusätzlicher jährlicher Betreuungszuschuss für den betreuenden Angehörigen. Und wenn der Pflegende selbst erkrankt ist oder dringend Urlaub benötigt, springt die Verhinderungspflege als vollstationäre Einrichtung für die Dauer von maximal vier Wochen pro Kalenderjahr für ihn ein.

Foto © stock.xchnge melodi2

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Pflegefälle sind harte Knochenarbeit ich spreche aus Erfahrung, andere Meinungen sind unsinn